„Change the Wind“ von Corey King: James Blake lässt grüßen
Corey King ist Musiker, Sänger, Songwriter, Produzent und Grammy-Gewinner. Auf seinem dritten Album eifert das Multitalent einem großen Vorbild nach.
Was haben Esperanza Spalding und James Blake gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig. Die Verbindung ist Corey King: Der Musiker hat als Co-Produzent von Spaldings 2021 erschienenem Album „Songwrights Apothecary Lab“ einen Grammy gewonnen und wandelt als Solo-Künstler auf den Spuren James Blakes. „Change the Wind“ ist das dritte Album Kings, das von den Musikszenen Berlins und Seattles geprägt ist, sich aber vor allem mit den kontrastreichen Jahren zwischen pandemiebedingter Isolation und ständigem Touren auseinandersetzt.
Musikalisch bedient sich der Multiinstrumentalist bei Soul- und Jazz-Einflüssen, versteht aber, sie auf „Change the Wind“ mit dezent elektronischen Effekten und gedämpften Bläsern zu versehen. Kings Gesang bleibt dabei immer hintergründig, beinahe ein heiseres Wispern, das nur dann lauter wird, wenn er seinem Sound wie in „Worms“ eine Prise HipHop überstreut oder in „The Damndest“ nuanciert mit südamerikanischen Beats flirtet. „Change the Wind“ ist kein Album wie James Blakes Debütalbum, das 2011 die Musikwelt aus den Angeln gehoben hat, aber Corey King gelingt ein überzeugendes Werk zwischen solide und sophisticated.