„The Ecstatic“ von Mos Def: Das verschwundene Album
Mos Def veröffentlicht nach sieben Jahren sein Album „The Ecstatic“ erneut. Es behandelt schwere politische Themen und überrascht mit vielseitigen Beats.

„A better world has to be built. And the only way it’s going to be built is with extreme methods. And I for one will join with anyone. I don’t care what color you are. As long as you want to change this miserable condition that exists on this Earth.“ Das Zitat, das Yasiin Bey – damals noch Mos Def – seinem vierten Album vorangestellt hat, galt damals, als Malcolm X es 1964 ausgesprochen hat. Es galt 2009, als „The Ecstatic“ erschienen ist. Und es gilt noch heute, wenn das vor sieben Jahren von allen Streamingplattformen verschwundene Album wieder erhältlich ist – allerdings nur auf Vinyl und natürlich bei Qobuz. Bey ist einer der konsequentesten Conscious-Rapper – sieht man einmal von seiner Freundschaft mit Kanye West ab – und „The Ecstatic“ war das langerwartete Comeback nach zwei eher mittelmäßigen Alben, die auf sein gefeiertes Solodebüt „Black on both Sides“ folgten.
Unter diesen Gesichtspunkten überrascht an der Platte heute vor allem, wie viel Spaß sie macht – trotz ernster Themen wie dem Irakkrieg, Rassismus und Beys muslimischem Glauben. Zu vielseitigen Beats von Größen wie den Neptunes, Madlib und gar dem 2009 bereits verstorbenen Dilla hält Bey keine Sekunde still. Im Opener „Supermagic“ übernimmt er das Reimschema aus „Mary Poppins“, trällert in „The Embassy“ vor sich hin und rappt in „No hay nada mas“ auf Spanisch – natürlich zu Flamenco-Gitarren. Von den zwei Bonustracks am Ende ist vor allem „The Tournament“ interessant, schon deshalb, wie vielfältig hier das Liebesthema aus „Der Pate“ anverwandelt wird.
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