„The real Me“ von Future: Ein leeres Versprechen?
Der US-Rapper Future nennt sein neues Album „The real Me“, versteckt den echten Future allerdings weiterhin hinter spröden HipHop-Klischees.

Wo hört die Privatperson auf, wo fängt die Kunstfigur an? Eine Frage, die gerade im Angesicht des HipHop-typischen Hyperfokus auf Realness zu Verwirrung führt. Im Speziellen gilt das für Rapper wie Future, die gleich mit mehreren Alter Egos (Pluto, Future Hendrix, Fire Marshal, The WIZRD) unterwegs sind. Das neueste Album des Trap- und Mumble-Rappioniers aus Atlanta könnte nun Licht ins Dunkel bringen, trägt es doch den Titel „The real Me“.
Eingelöst wird das Realness-Versprechen insofern, als dass wir Future bekommen, wie wir Future kennen: 22 Songs, viele völlig belanglos, großartige Trapbanger wie etwa die drei aufeinanderfolgenden „Konnichiwa“, „Trench Coat“, „Snow in Skyami“, elegante Wechsel zwischen Rap und Gesang und eine Menge Sexismus – da hilft dann auch keine Kunstfigur. Hatten sich Fans zuweilen über die beiden Blockbuster-Alben mit Metro Boomin aus 2024 echauffiert, schoss Future mit „Mixtape Pluto“ ein rotziges Tape hinterher. „The real Me“ bewegt sich dazwischen, versucht sich mit „Alice“ an 2010er-Klubpop, gönnt sich mit „Hollywood“ aber auch gelungene wavy 4-to-the-Floor-Experimente. Mag für Fans nicht real genug sein, überrascht aber wenigstens.
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