„Sunshine“ von Jungle: Ein Album, das durch Stimmung überzeugt
Ab jetzt gibt es Jungle nur noch im Dreiergespann. Sie erfinden zwar das Rad nicht neu, bleiben aber gekonnt dem Retro-Sound treu.
Es war bloß eine Frage der Zeit. Nachdem Lydia Kitto über Jahre den wortkargen Tom McFarland und Josh Lloyd-Watson ihre Stimme lieh und ihr zurückgelehnter Gesang maßgeblich am weltweiten Erfolg des jüngsten Jungle-Hits „Back on 74“ verantwortlich war, ist es nun offiziell: Jungle ist nicht länger ein Duo. „Sunshine“ heißt das erste Jungle-Album in Dreierbesetzung. Ansonsten ist alles beim Alten.
Es gibt gewohnt viel kuschlige Retrosoulwärme („Come back to me“), hymnische Chöre („Where are you now“), Disco-Dancer („Move like you do“), gospelartige 60/70s-Grooves, die an die Anfänge der Band erinnern („The Wave“), ein „Back on 74“ 2.0 („Carry on“) und eine tatsächliche Fortsetzung des Kopfnicker-Rapsongs „Romeo“ mit Bas („Romeo II“). Dem britischen Trio Stillstand vorzuwerfen, wäre dennoch falsch. Sind Jungle doch nie angetreten, um Dinge zu erneuern oder gar zu erfinden. Retro ist die Devise, und ein Blick auf die schlichten Artworks, die sich bloß im jeweiligen Erdton unterscheiden, zeigt: „Sunshine“ ist bloß ein weiteres Fragment, das vielmehr auf Vibe als auf Innovation setzt. Und in Sachen Vibe macht Jungle wirklich niemand etwas vor.