- Review
Qobuz-Tipp der Woche: „The new World“ von Shearwater – Schöne neue Welt
Auf „The new World“ demonstriert die Band mit vielen Gastmusiker:innen Zusammenhalt angesichts der aktuellen Weltlage.

Zwei Quarantäne-Alben hat Jonathan Meiburg alias Shearwater im Laufe der Covid-Pandemie veröffentlicht: intime, reduzierte Klangerforschungen. Nun konfrontiert der US-Amerikaner sich wieder mit der Welt da draußen – wie wir wissen, keine ermutigende Angelegenheit. Und deshalb ist „The new World“ weniger versponnen und naturverbunden als frühere Werke des studierten Ornithologen, sondern wachsamer und unruhiger. So halten sich Meiburg und seine Shearwater-Kumpane Emily Lee und Dan Duszynski nicht lange mit elegischen Instrumentals auf, Meiburg steigt früh mit Gesang in die Songs ein.
Musikalisch docken die Arrangements mit orchestraler Grundierung und Kate-Bush-Dramatik an den Zeitgeist der 1980er an, ganz so, als beschwöre Meiburg die atomare Bedrohungssituation der damaligen Zeit herauf. Auch personell verlassen Shearwater die Isolation: Für das erste selbstveröffentlichte Album hat die Band Musiker:innen an Saxofon, Klarinette, Gitarre, aber auch Qanun und Ngoni eingesammelt, genauso wie erfahrene Perkussionisten. Entsprechend üppig sind die Arrangements, die bei aller zugrundeliegender Bedrohlichkeit suggerieren, dass sich auch in dieser „New World“ durchaus Trost und Perspektive in der Gemeinschaft Wohlgesonnener finden lassen.
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