„Over before you know it“ von Michigander: Keine Guilty Pleasure mehr
Jason Singer alias Michigander orientiert sich am Radiorock der 80er – und schafft es dabei, komplett unpeinlich zu bleiben.
Wie ist das denn nun mit Guilty Pleasures, gibt es die heutzutage noch? Wenn, dann trifft das wohl am ehesten auf diesen Radiorocksound der 80er zu, den vor allem Bruce Springsteen, Tom Petty und John Mellencamp geprägt haben. Der in Michigan geborene und heute in Nashville lebende Songwriter Jason Singer hat keine Angst vor hymnischen Melodien, taktisch eingesetzten Gitarrenriffs und anschmiegsamen Synthies, und sollte es da wirklich noch Rehabilitationsbedarf geben, dann erledigt er diesen Job auf seinem zweiten Michigander-Album, indem er auch jüngere Indiepop-Bezüge integriert.
So eingängig Stücke wie „Starting a Band“, „YYY“ und ganz besonders „Freaking out“ sind, geht es in diesen Songs doch auch um Panikattacken, verlorene Freunde und die Abgründe der Musikindustrie. „This is what it feels to be alive“ lautet schließlich auch die Schlüsselzeile aus „Breaking out“, und Singer singt sie wohl mit einem Lächeln auf den Lippen. Und wenn ganz zum Schluss mit dem Titelsong sogar eine Powerballade gelingt, dann ist die Welt jetzt wohl endgültig von Guilty Pleasures befreit.