Nick Murphy: Run Fast Sleep Naked
Auf seinem ersten Album nach fünf Jahren kommt Nick Murphy, ehemals Chet Faker, nicht über Radio-Durchschnitt hinaus.

Genau fünf Jahre sind ins Land gezogen, seit Nick Murphy – damals noch unter dem Moniker Chet Faker – sein Debütalbum „Built on Glass“ inklusive dem saxofongetränkten Nu-Soul-Überhit „Talk is cheap“ veröffentlicht hat. In der Zwischenzeit hat er nicht nur eine EP veröffentlicht, sondern ist auch durch die Welt gereist und hat seinen Selbstfindungstrip zum Ausgangspunkt der neuen Platte gemacht: „Ich habe die verschiedensten Formen und Farben aus aller Welt gesammelt, sie mit nach Hause gebracht und dort zusammengesetzt“, sagt Murphy selbst, und in der Tat hat der Australier ein vielseitiges Album aufgenommen, das die Soul-Basis um Bossanova-Rhythmen und trockenen Desert Folk ergänzt. Doch wen soll ein solch banales Entstehungsnarrativ ansprechen? Ein bisschen ist „Run fast sleep naked“ auch der Soundtrack zum Reisefieber der Millenials geworden, das nicht nur als Sedidativum von neoliberalen Leistungszusammenhängen fungiert, sondern letztlich auch von ihnen abhängig ist – und deshalb doch nicht mehr will als irgendwo anzukommen. So baut Murphy immer weniger Störer und Fallstricke in seine Songs, und spätestens nach der sich einigermaßen kraftvoll aufschichtenden Ballade „Novocaine and Coca Cola“ folgt nur noch radiotauglich hymnisierter Gefühlsdusel – Musik für Travel-Blogs, mit eingebautem Sehnsuchtsfilter.
Musik

- Review

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