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Musik

Typologie eines Lebens von EBOW: Was Deutschrap sein kann

Das neue Album „Typologie eines Lebens“ der Rapperin Ebow liefert alles, was Deutschrap im besten Fall sein kann. Zusätzlich versteht die Künstlerin es Rap Traditionen feministisch umzudenken.

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„Typologie“ ist ein großes Wort, da ist es nur stimmig, dass Ebows sechstes Album in vielerlei Hinsicht ihr größtes ist: das bisher längste, die aufwendigsten Produktionen (Streichquartette!) und die weitesten thematischen Sprünge. Wer sich einen Querschnitt wünscht durch alles, was Deutschrap im besten Fall sein kann, ist hier vollends bedient: Die Rapperin liefert smoothe Banger („Neues Leben“ mit Joy Delanale), einen tiefenentspannten Disstrack („Facts“ mit Kitana) und sinfonische Dramatik („Bete für mich“ mit Juju Rogers).

Und das ist nur die Oberfläche: Die Politik ist nie weit, Ebow nimmt auf „Arbayt“ Ausbeutung und Rassismus aufs Korn und prangert in „Heval“ die gewaltsame Geschichte der Kurd:innen an. Zugleich bleibt sie denkbar weit von didaktischem Studentenrap entfernt und schafft noch immer perfekt den Spagat, sich vor HipHop-Traditionen zu verneigen und gleichzeitig mit seinen ekligeren Elementen zu brechen: In „Butch im Tank“ rappt die offen queere Künstlerin „Lutsch mein’ Strap“ und reframed dabei augenzwinkernd ein Gangsta-Klischee – komplett mit Beatswitch. Es ist absolut fair, hier von Ebows Opus magnum zu sprechen.

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