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„Ugly Season“ von Perfume Genius: Kathartischer Grenzgang

Alles andere als ein gewöhnliches Album: Mit „Ugly Season“ wagt sich Perfume Genius in artifizielle Zwischenwelten.

Plattencover „Ugly Season“ von Perfume Genius

Artifizielle Zwischenwelten: Ursprünglich hat Mike Hadreas die Kompositionen seines sechsten Albums für das Tanzstück „The Sun still burns here“ mit der Choreografin Kate Wallich geschrieben, jetzt hat er sie mit dem bildenden Künstler Jacolby Satterwhite zu einem experimentellen Kurzfilm verbunden. So ist „Ugly Season“ kein gewöhnliches Perfume-Genius-Album – und doch ergibt es sich ganz folgerichtig aus den bisherigen Veröffentlichungen des queeren Ausnahmemusikers: Hadreas treibt seine Identitätssuche voran, indem er sich Räume öffnet, in denen er sich beim Kampf mit traumatischen Erlebnissen ausprobieren und verlieren kann.

Für große Pophymnen wie zuletzt etwa „On the Floor“ ist da natürlich kein Platz, doch schiebt Hadreas selbst ganz ätherischen Stücken noch kleine, wunderbare Melodien unter, die den Hörenden als Haltegriffe dienen. Auch auf der Tanzfläche („Eye in the Wall“) oder in brachialen Rockwelten („Hellbent“) – stets geht es um die Zersplitterung und die Utopie des Sich-neu-Zusammensetzens. „Harvest the pit and spit out the rest to shoulder our pain“, singt Hadreas dann auch in „Pop Song“, dem schönsten Stück dieses kathartischen Grenzgangs.

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