Neues Placebo-Album „Never let me go“: Gekommen, um zu bleiben
Als Duo melden sich Placebo mit einem Comebackalbum zurück, das noch immer so emotional extrem klingt wie früher.

Mit den Schlagzeugern läuft es bei ihnen nicht so, weswegen Placebo nun nach neunjähriger Plattenpause als Duo daherkommen. An „Never let me go“, das heute erschienen ist, haben nur Gründungsmitglieder Brian Molko und Stefan Olsda gearbeitet, der harte Kern.
Dass Einschränkungen aber auch beflügeln können, ist in der Musikbranche wohlbekannt. So ging es auch hier: „In den Pausen zwischen den Tourneen“, erzählt Molko, „trafen wir uns dort regelmäßig und besprachen Dinge wie: ‚Jetzt sind nur noch du und ich im Studio – sollen wir eine Platte machen, die so klingt wie nichts, was wir bisher gemacht haben? Und das Schlagzeug komplett selbst programmieren?‘“
Comebackalbum mit Schlachtruf
Gesagt, getan. Das ist nicht die einzige Neuerung. „Gegen Ende des Jahres 2019 hatte ich mir selbst die Aufgabe gestellt, in jedem Song der Platte einen Synthesizer einzusetzen“, sagt Molko. „Ich hatte Bock darauf, dann hatte Stef Bock darauf, und schließlich hatte auch unser Produzent Adam Noble Bock darauf. Jetzt sind auf jedem Song vier oder fünf Synthies zu hören.“
„Never let me go“ zählt nach der langen Pause durchaus als Comebackalbum. Und es liefert – bei allen neuen Ansätzen – genau das, womit sie nun schon seit einem Vierteljahrhundert die Arenen füllen: hymnische Melodien und Identifikationsangebote in emotionalen Extremsituationen. Und weil Placebo für eine junge Garde queerer Musiker:innen von Lil Nas X bis Snail Mail ja auch Pionierarbeit geleistet haben, könnte die Single „Beautiful James“ im Jahr 2022 genau jener optimistische Schlachtruf sein, der die Generationen zusammenführt.
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