Pünktlich zu Halloween: Acht Horrorfilme von 2026 im Ranking
2026 war mal wieder ein extrem gutes Jahr für Horrorfilme – doch es gab auch ein paar Enttäuschungen. Könnt ihr erraten, welcher Film es auf Platz 1 geschafft hat?

Schon seit Jahren zeichnet es sich ab, spätestens 2026 ist es offiziell: Wir leben in einer Goldenen Ära des Horrors. Das längere Zeit nicht ernst genommene Genre bringt aktuell regelmäßig einige der besten Filme des Jahres hervor. Auch in diesem Jahr sind wieder zahlreiche Filme erschienen, die die ganze Bandbreite des Horrors abdecken, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und auch finanziell haben Horrorfilme in diesem Jahr zu den großen Gewinnern des Kinos gehört. Jetzt, wo Halloween vor der Tür steht, haben wir für euch acht Filme gesammelt und gerankt. Wir beginnen mit einer Enttäuschung – und enden mit einem absoluten Highlight.
8. Dust Bunny
Als „Dust Bunny“ angekündigt wurde, waren die Erwartungen groß. Immerhin handelt es sich um den ersten Kinofilm von Bryan Fuller, der bis dato für seine Serien bekannt war – darunter auch „Hannibal“ mit Mads Mikkelsen, eine der besten Horrorserien aller Zeiten. Und dann ist in „Dust Bunny“ auch noch Mikkelsen in der Hauptrolle zu sehen! Was will man mehr? Na ja, ein interessanter Plot oder eine stimmige Atmosphäre wären zum Beispiel ganz gut gewesen. Stattdessen ist Fullers Film über ein kleines Mädchen, das sich vor dem Monster unter seinem Bett fürchtet und den von Mikkelsen gespielten Profikiller engagiert, um sich zu schützen, über weite Strecken vor allem langweilig. Und das trotz guter Performances und eines einzigartigen Looks. Schade!
7. Nightborn
Okay, schon hier wird das Ranking direkt kontrovers. Denn „Nightborn“ ist alles andere als ein schlechter Film. Nur als Horrorfilm ist der Streifen über eine Frau, die nach der Geburt ihres ersten Kindes zu ahnen beginnt, dass mit ihrem Kleinen etwas nicht stimmt, eben nur bedingt effektiv. Das ist allerdings alles andere als ein Zufall: Regisseurin Hanna Bergholm selbst sieht den Film eher als „dunkle Fabel“, wie sie uns im Interview verraten hat. Wer sich richtig gruseln will, sollte noch ein wenig weitersuchen.
6. Teenage Sex and Death at Camp Miasma
Ähnliches gilt für Jane Schoenbruns Auseinandersetzung mit dem Slasherfilm. In „Teenage Sex and Death at Camp Miasma“ soll die Regisseurin Kris (Hannah Einbinder) eine ikonische Filmreihe um den maskierten Killer Little Death wiederbeleben, lernt in der Begegnung mit der ehemaligen Hauptdarstellerin Billy (Gillian Anderson) aber vor allem, mit der eigenen Sexualität umzugehen. Ähnlich wie Kris arbeitet Schoenbrun sich in „Camp Miasma“ an den frauenfeindlichen und transphoben Elementen des Horrorfilms ab und schafft zugleich eine Liebeserklärung an ebenjenes Genre. Nur gruselig ist das an keiner Stelle. Unser Interview mit Schoenbrun gibt es hier zu lesen.
5. Exit 8
Ein Thema, das den Horror in diesem Jahr besonders bestimmt hat, ist Minimalismus: Wie schafft man mit möglichst einfachen Mitteln eine möglichst intensive Erfahrung? Und es gibt kaum ein besseres Beispiel als „Exit 8“, basierend auf dem gleichnamigen Videospiel. Regisseur Genki Kawamura bleibt dabei denkbar nah an der Prämisse des Games: Sein Protagonist findet sich in einer mysteriösen U-Bahnstation wieder, die sich endlos wiederholt, und muss Anomalien finden, um der Schleife zu entkommen. Dass das überhaupt als Film funktioniert, ist beeindruckend, dass „Exit 8“ sogar noch genuine Emotionen unterbringt, umso mehr. Hier geht es zu unserer ausführlichen Rezension.
4. Backrooms
Nicht auf einem Game, dafür auf einem Internet-Meme basiert dieser Überraschungserfolg aus den USA. Der gerade mal 21 Jahre alte Regisseur Kane Parsons hat damit seine eigene YouTube-Serie auf die Kinoleinwand geholt. Mit großartigen Schauspieler:innen wie Chiwetel Ejiofor und Renate Reinsve hat er damit die simple Prämisse aufgemotzt: eine Parallelwelt, die aus anscheinend endlosen leeren – oder fast leeren – Räumen besteht. „Backrooms“ ist finanziell der zweiterfolgreichste Horrorfilm des Jahres weltweit, Parsons einer der jüngsten Regisseure überhaupt, der einen solchen Erfolg vorweisen kann, und der Film damit eine Frischzellenkur für das Kino. Und doch hat es nur für Platz 4 gereicht, denn obwohl Parsons es schafft, das Konzept der Backrooms mit emotional Themen wie Kindheitstraumata, Einsamkeit und Nostalgie zu verbinden, lässt sich das Gefühl nicht abschütteln, dass seine kurzen Videos auf YouTube noch effektiver waren als die Kinoversion derselben Geschichte. Hier findet ihr das allererste „Backrooms“-Video, das Parsons gepostet hat.
3. 28 Years later: The Bone Temple
Wer erinnert sich überhaupt noch an diesen Film? Gestartet ist er bereits im Januar, und allzu viele Menschen scheinen ihn nicht gesehen zu haben. Das mag durchaus am Marketing liegen, denn viele werden gar nicht mitbekommen haben, dass es sich bei „28 Years later: The Bone Temple“ um eine Fortsetzung des nur ein Jahr früher erschienenen „28 Years later“ handelt und nicht einfach um denselben Film. Und so war „The Bone Temple“ finanziell kein Erfolg. Schade, denn Nia DaCostas Beitrag zu Danny Boyles Zombie-Serie ist ein düsterer, philosophischer Trip, der nicht nur die Geschichte des Vorgängers konsequent weitererzählt, sondern auch eine ganz eigene, brutale Handschrift findet und dem Zombiegenre so neues Leben einhaucht. Immerhin: Ein dritter Teil von „28 Years later“ soll laut Boyle noch in Arbeit sein, auch wenn bisher kein Termin feststeht.
2. Resident Evil
Ähnlich wie „Exit 8“ basiert „Resident Evil“ auf einem Videospiel, doch natürlich ist die Reihe des Studios Capcom ungleich bekannter und einflussreicher. Auch diverse Adaptionen gab es schon, darunter die ziemlich bescheuerte Reihe mit Milla Jovovich. Doch Zach Creggers Adaption aus diesem Jahr ist ein Reboot, das explizit nichts mit seinen Vorgängern zu tun hat. Stattdessen setzt Cregger auf eine simple Geschichte um den Pechvogel Bryan (Austin Abrams), der in einer verschneiten Nacht auf immer groteskere Monster stößt. Obwohl Figuren aus den Games fehlen, sind Struktur und Look des Films klar an die Erfahrung angelehnt, wie es sich anfühlt, die Spiele tatsächlich zu spielen. Nebenbei ist der Film auch noch sehr lustig. „Resident Evil“ mag zwar, was Horror angeht, nicht an Creggers Vorgängerfilme „Barbarian“ und „Weapons“ herankommen, sorgt aber trotzdem für pure Unterhaltung. Kein Wunder, dass der Film die kritisch und finanziell bisher erfolgreichste Adaption der Reihe ist.
1. Obsession
Alle Horrortrends der letzten Jahre laufen in „Obsession“ zusammen: Auch Regisseur Curry Barker hat auf YouTube angefangen und ist mit 27 noch verdammt jung, wenn auch nicht so jung wie Parsons. Mit einem Budget von weniger als einer Million Dollar ist sein Film noch dazu ein hervorragendes Beispiel dafür, dass es gerade im Horror keine Unsummen braucht, um etwas Großartiges zu schaffen. Auch hier ist die Prämisse simpel: Der schüchterne Bear (Michael Johnston) wünscht sich von einem magischen Scherzartikel, dass Langzeitschwarm Nikki (Inde Navarrette) sich unsterblich in ihn verliebt. Das funktioniert tatsächlich, doch die erzwungene Liebe erweist sich bald als Albtraum.
Barkers schnörkelloses Drehbuch und Navarrettes intensive Performance ergeben zusammen eine wirklich verstörende Kombination, doch „Obsession“ ist nicht nur ein extrem effektiver Horrorfilm: Es gelingt Barker auch, mit der Dynamik zwischen Bear und Nikki unbequeme Themen wie toxische Beziehungen, vor allem aber Incel-Ideologie und Frauenfeindlichkeit bei vermeintlich harmlosen Männern zu behandeln, ohne sie explizit anzusprechen. Damit steht sein Film auch in der Tradition des in den letzten Jahren populär gewordenen Begriffs des Elevated Horror. Doch selten hat ein Horrorfilm den Spagat zwischen purem Entertainment und Tiefsinn so reibungslos geschafft wie hier. Und alle sind sich einig: „Obsession“ ist nicht nur der finanziell erfolgreichste Horrorfilm des Jahres, sondern einer der erfolgreichsten Horrorfilme überhaupt. Barkers nächster Film kommt bereits im Mai 2027, die Erwartungen sind entsprechend hoch. Ob Barker deshalb manchmal schlaflose Nächte hat?
Film

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