„Requiem“ von Irmin Schmidt: Eine Meditation über das Verschwinden und Vergessen
Irmin Schmidt war als Keyboarder von Can legendär. Die sanften Klänge seines neuen Album „Reqiuem“ regen zum Nachdenken an.

Irmin Schmidt ist 88, das letzte überlebende Gründungsmitglied von Can – und nennt sein Album auch noch „Requiem“. Da nicht über Vergänglichkeit nachzudenken, ist schwierig, doch zum Glück will Schmidt genau darauf hinaus. Sollte es Weisheit geben, kann man davon ausgehen, dass der Mann, der als Keyboarder von Can einst die Musikwelt revolutioniert hat, sie gefunden hat. Und muss durchaus Geduld mitbringen, wenn man daran teilhaben will: „Reqiuem“ ist in zwei etwa 20-minütige Hälften geteilt, die aus field recordings aus Schmidts Garten und seinem manchmal präparierten Klavier bestehen.
Was nicht heißt, dass hier alles heil und harmlos klingt: Die idyllischen Klänge von Vögeln und Insekten in „Part 1“ werden von einem immer lauter anschwellendem, industriellem Stampfen unterbrochen, und das atonale, abgehackte Klavier in „Part 2“ beschwört ein Unbehagen herauf, das auch der rauschende Regen nicht überdecken kann. „Reqiuem“ ist eine Meditation über das Verschwinden und das Vergessen – und wird hoffentlich dafür sorgen, dass Schmidt noch lange nicht vergessen werden wird.
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