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„If I never know you like this again“ von Soak: Ganz großes Kino

Bei der Arbeit an ihrem neuen Album „If I never know you like this again“ hat Soak auch gleich mal über die Verfilmung ihres Lebens nachgedacht – und die Hauptrolle überraschend besetzt.

Bridie Monds-Watson alias Soak Portrait gespiegelt
Foto: Rough trade Records / Beggars Group

Läuft unser Leben im Moment des Todes noch einmal im Schnelldurchlauf vor dem inneren Auge ab? Bridie Monds-Watson greift diese Theorie gleich mit den ersten Zeilen ihres dritten Soak-Albums auf: „When my life flashes before my eyes/Will I be ready or beg for more time“, singt sie in „Purgatory“ – und für die 24-jährige Irin ist dieser finale Biopic auch an sich kein Horrorszenario.

„Seit meinem zehnten Lebensjahr dokumentiere ich mein Leben nahezu manisch, mit Videos, Fotos, Tagebüchern und natürlich Songs“, sagt sie lachend. „Ich bin da im Training und hoffe einfach darauf, dass es in einem friedvollen Moment im hohen Alter passiert, in dem ich mit falschen Entscheidungen und verpassten Chancen dann auch entspannt umgehen kann.“

Druck macht ihr diese Vorstellung aber sehr wohl, möglichst viel aus ihrem Leben herauszuholen: Sogar einen Oscar soll der imaginäre Film über ihr Leben gewinnen. Und wirklich Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle als Soak? „Natürlich der junge Leo aus ,Titanic’-Zeiten“ präzisiert sie. „Und wenn die Verjüngung nicht geht, dann Brad Pitt. Nicht, dass mir einer der beiden ähnelt – aber sie sind eben meine Lieblingsschauspieler.“

Im großen, allumfassenden Soak-Film wird das dritte Album einen wichtigen Wendepunkt darstellen: Mit „If I never know you like this again“ zoomt Monds-Watson näher ran. Sie verarbeitet die Trennung von ihrer Freundin und blickt schonungslos auch auf die eigenen Unzulänglichkeiten, Ängste und Frustrationen. Zwar bleibt sie bei diesen unwiderstehlichen Melodien, die man von ihr kennt, seit sie als 19-Jährige mit der Hymne „B a noBody“ die Indiepopwelt erobert und nur mit Akustikgitarre auch große Bühnen ausgefüllt hat.

Dennoch wagt sie jetzt mehr Experimente und ist bei einem deutlich ruppigeren Bandsound angekommen, zu dem sie von Broken Social Scene, Pavement und dem Radiohead-Album „The Bends“ inspiriert wurde. Da passt dann auch ein angriffslustiger Songtitel wie „Baby, you’re full of Shit“ – wobei Monds-Watson das Stück gar nicht so sehr als Austeiler versteht. „Natürlich ätze ich gegen Selbstdarsteller, aber zugleich steckt da auch viel Selbstkritik drin, weil ich in der Konfrontation mit solchen Leute meist sehr konfliktscheu bin und meine Meinung nicht ehrlich äußere.“

Womöglich wünscht sie sich ja deshalb Leo für den Soak-Film: Der wird schon mal vom Drehbuch abweichen und eine Kneipen-Rangelei anzetteln.

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