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Spencer.: „Vielleicht bin ich einfach faul.“
Der Newcomer Spencer. hasst klassische Songstrukturen, und sein Debütalbum „Are u down?“ ist eher aus Versehen entstanden. Trotzdem hat er nie an seinem Erfolg gezweifelt.

Spencer., deine Eltern haben dich unter anderem nach Miles Davis benannt. Dennoch haben sie dir ein Ultimatum gestellt, als du ihnen eröffnet hast, dass du Musiker werden wolltest …
Spencer Miles Abraham Allen: (lacht) Ich habe ihnen den Deal vorgeschlagen, dass ich ein Jahr Zeit bekomme, um es zu versuchen, bevor ich zurück an die Uni muss. Aber sie haben mich immer unterstützt. Die Unvorhersehbarkeit des Ganzen ist einfach unheimlich, vor allem, wenn es um dein Kind geht. Meine Eltern sind beide Einwander:innen, und für sie war eine akademische Karriere der einzige Weg, um Fuß zu fassen. Jetzt sind sie natürlich sehr stolz!
Du hast in sehr kurzer Zeit sehr viel Erfolg gehabt, plötzlich haben dich Medien wie Pitchfork oder The Fader gefeiert. Geht dir manchmal alles zu schnell?
Allen: Nicht wirklich: Wenn ich mir meine eigenen Sachen anhöre, weiß ich, dass ich den Erfolg verdiene. Die einzige Person, die Druck auf mich ausüben kann, bin ich selbst. Ich freue mich natürlich über Lob aus den Medien, aber letztendlich kann nur ich selbst mich motivieren.
Dein Debüt „Are u down?“ könnte man fast als Konzeptalbum bezeichnen.
Allen: Ja, es ist cool, weil ich mich nicht hingesetzt habe, um überhaupt ein Album aufzunehmen. Erst am Ende ist mir klar geworden, dass die Tracks sich alle mit ähnlichen Themen beschäftigen. Vor allem geht es um die Beziehung zu meiner jetzigen Freundin: Die verschiedenen Stadien unserer Beziehung – manchmal froh und dankbar, manchmal gestresst und frustriert – werden alle beleuchtet.
Hat dabei auch die Pandemie eine Rolle gespielt?
Allen: Natürlich, ich habe ja das ganze Album in der Quarantäne geschrieben. Es geht viel darum, Leute nicht sehen zu können und sie zu vermissen.
Die Texte von Songs wie „MyLuv“ bestehen aus kurzen, mantraartigen Schnipseln, und auch deine Musik basiert vor allem auf Loops. Wie schreibst du deine Songs?
Allen: Es hat auf jeden Fall mit HipHop zu tun, spezifisch der Demokultur auf Soundcloud. Ich hasse es, traditionelle Songs mit zwei Strophen und einer Bridge zu schreiben. Meistens sind meine Tracks sehr kurz, weil ich aufhöre, sobald ich alles gesagt habe, was ich sagen will … Aber vielleicht bin ich auch einfach faul.
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