„Studio 54“: Tiefgang wie von Earth, Wind and Fire
„Studio 54“ erzählt von der legendären New Yorker Disco der 70er, bleibt aber ziemlich oberflächlich. Bei Arte und in der Mediathek.
„Studio 54“ läuft am 9. August bei Arte und ist bis 14. März 2027 in der Arte-Mediathek zu finden.
Glamour, Glitzer, Geld und Genuß. So knapp läßt sich das Treiben im 54 umreißen, der Discothek in New York, in der Stars und Sternchen zwischen 1979 und 1983 das leidige Leben zum lasterhaften Labsal machten. Der Film folgt dem Aufstieg und Fall des Kult-Clubs durch die Augen des jungen Shane (Ryan Phillipe), der dem frivolen Cocktail aus Drogen und flotten Dreiern erliegt und schnell zum Lustknaben Nummer Eins emporsteigt. Visuell und akustisch ist „Studio 54“ ein groovendes Erlebnis: Die Rhythmen swingen, und die Körper zucken.
Doch die Figuren und ihre individuellen Schicksale haben nicht mehr Tiefgang als ein Song von Earth, Wind and Fire. Phillipe präsentiert hauptsächlich seinen perfekten Oberkörper. Einzig die Nebenfiguren bleiben in Erinnerung: Die um eine Karriere kämpfende Sängerin Anita oder der exaltierte 54-Betreiber Rubell werden von Salma Hayek und Mike Myers jenseits ihrer Rollenklischees als Vamp bzw. Possenreißer mit der Würde tragischer Verlierer ausgezeichnet. Christopher hat versucht, das Feuer des 54 wieder zu entfachen. Herausgekommen ist nur ein Schwelbrand.