„Sturm“ von George R. Stewart

George R. Stewart hat seinen Roman „Sturm“ bereits 1941 verfasst und praktisch die Formel aller Katastrophenfilme vorweggenommen.
Vor der Westküste der USA zieht ein Sturm auf. Schon bald wird das „Maria“ getaufte Tief über das Land hereinbrechen, hier für Schnee, dort für Regen, hier für das Ende der Dürre und dort für Zerstörung sorgen. Wir erleben alle zwölf Tage seines Lebens aus der Sicht von Wissenschaftlern, Politikern, Bürger:innen und sogar ein paar Tieren. Dabei betont Autor George R. Stewart immer wieder die filigranen Zusammenhänge, die das Klima des Kontinents bestimmen.
Was klingt wie ein postmodernes Werk, das perfekt in unsere katastrophengeplagte Gegenwart passt, hat Stewart bereits 1941 verfasst. Wie die Übersetzer:innen im Nachwort dieser Wiederveröffentlichung aufzeigen, hat er damit praktisch die Formel aller Katastrophenfilme vorweggenommen, doch auch etwa die Romane eines Frank Schätzing erinnern mit ihrer Multiperspektivität und ihren vornehmlich durch ihre Berufe definierten Figuren an Stewarts Roman. „Sturm“ ist allerdings realistischer und informativer – und dadurch zugegebenermaßen stellenweise auch zäher – als die meisten Werke, die er beeinflusst hat. Nebenbei gilt das sogar für die Realität: Die Praxis, Stürmen Frauennamen zu geben, wurde teilweise durch den Roman populär gemacht.
Mit „Sturm“ hat es George R. Stewart auf unsere Liste der besten Bücher im März 2025 geschafft.