- Review
„Sustained“ von Jungstötter: Verpassen ist keine Option!
Fabian Altstötter, auch genannt Jungstötter, hat ein referenzenreiches Album vorgelegt, das fernab konventioneller Songstrukturen bleibt.

Wir sind late to the party, das dritte Album von Jungstötter alias Fabian Altstötter ist ja bereits Ende Mai erschienen. Wobei „Party“ hier natürlich eine absurde Vokabel ist, denn noch immer sind die Soloalben des ehemaligen Sizarr-Sängers eine düstere und auch sperrige Angelegenheit. Doch ein Verpassen von „Sustained“ ist keine Option: Referenzen wie Scott Walker, Anohni und Mark Hollis bleiben gültig, wenn Jungstötter wieder Klavier, Streicher, Elektronik und Noise zusammenbringt, hier aber noch reduzierter und fernab konventioneller Songstrukturen agiert.
Es ist sein bisher geschlossenstes Werk – und nichtsdestotrotz drängen sich bei intensiverer Beschäftigung immer mehr „Hits“ in den Vordergrund: Im Verbund mit Ronja Schößler von Roomer bettet er bei „Again“ gehauchten Gesang auf Cello und knarzende Blasinstrumente, mit „Tell this Lover“ erinnert er an James Blake, wenn er ein Sample-Loop gegen eine gezupfte Akustikgitarre antreten lässt, und „Loud Fingers“ hat neben der zugänglichen Melodie gar eine gewisse Großgestigkeit – die Jungstötter in der Mitte des Tracks aber natürlich zum Einstürzen bringt.
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