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Sziget 2022: Auf ins Wochenende mit Bieber, Stromae und mehr

Justin Bieber auf der Bühne beim Sziget 2022
Der kanadische Superstar Justin Bieber spielte die größte Show des Abends.

Am Freitag auf der Insel der Freiheit gibt es zunächst Musik und Performance aus aller Welt, dann einen hochkarätigen Headliner nach dem anderen.

Für die meisten Presseleute beginnt der Freitag auf dem Sziget 2022 mit einer Führung über das Gelände. Programmdirektor József Kardos stellt uns die nichtmusikalische Seite des Festivals vor – darunter den Cirque du Sziget und den Magic-Mirror-Pavillon, um die es schon im Bericht von gestern gegangen ist. Was allerdings bisher keine Erwähnung gefunden hat, ist das Global Village. Hier treten internationale Vertreter:innen der World Music auf, aber es gibt auch Workshops, Tanz, Theater und mehr. Wir erfahren, wie aufwendig es sein kann, Acts für das Village oder den Zirkus einzuladen, weil József und seine Kolleg:innen diese gern live erlebt haben und dafür viel reisen müssen. Wir lernen außerdem das Tent without Borders kennen, in dem Besucher:innen mehr über Migration erfahren können.

Auch mir begegnen am Freitag, mehr oder weniger unabsichtlich, jede Menge internationaler Acts. Da ist zum Beispiel Chyno Wth A Why?, ein syrischer Rapper, der im Libanon lebt und auf der dropYard-Bühne – gepowered von BOLT – auftritt. Zwischenzeitlich holt er einen palästinensischen Kollegen auf die Bühne. Es ist eine Show, die eigentlich genau die Ebene zwischen HipHop und Pop abdeckt, die die Massen anziehen sollte. Leider ist es brüllend heiß, und die Bühne bietet kaum Schatten, sodass das Publikum eher spärlich bleibt.

Im Global Village selbst gibt es danach Afuma zu bewundern: drei Männer aus Togo auf meterhohen Stelzen, die halsbrecherische Stunts performen. Direkt danach beginnt auf der Bühne ein Konzert der Minyo Crusaders. Die Band aus Japan kommt mir einer ungewohnten Kombination daher: japanische Volkslieder treffen auf Cumbia. Das Interessanteste an dieser Mischung ist, dass sie schon nach wenigen Minuten überhaupt nicht mehr ungewohnt klingt.

Headliner: Meute, Stromae, Justin Bieber

Nicht alles ist für aus Deutschland Angereiste so exotisch. Auf der Main Stage treten nämlich an diesem Tag Meute aus Hamburg auf. Dabei klingt Techno-Marching-Band natürlich durchaus global, was unter anderem damit zu tun hat, dass sie ohne Gesang auskommt. Ihre Kombination aus Blasmusik und Elektro heizt dem Publikum am Freitag jedenfalls ordentlich ein. Weiter geht es mit Stromae, dessen Musik vielleicht besser für diese Bühne geeignet ist als die von irgendwem sonst: Der Belgier hält die perfekte Balance zwischen Dancefloor und Ballade und verursacht so Begeisterungsstürme beim Publikum. Seine Show ist von Kraftwerk inspiriert, zwischendurch holt er einen kleinen Roboterhund auf die Bühne. Und ganz am Ende gibt es mit „Alors on danse“ den größten Hit von allen.

Man kann sein Set mit dem beliebtesten Song beenden – muss man aber nicht. Man kann auch einen Track spielen, der gar nicht von einem selbst ist. So macht es Slowthai, der nebenan den Freedome bespielt. Der britische Rapper liefert eine energetische Show ab und ist denkbar nah am Publikum: Für einen Track holt er einen jungen Mann auf die Bühne, der Randy heißt und in demselben Block in Northampton aufgewachsen ist wie Slowthai selbst. Zum Schluss verkündet der Rapper: „Wir sollten diesen Song nicht spielen, machen es aber trotzdem“ – und verlässt zu Aquas „Barbie Girl“ triumphal die Bühne.

Viele Fans strömen währenddessen schon wieder zurück zur Hauptbühne. Hier tritt nämlich nun der größte Star des Abends an: Justin Bieber. Seine Show dauert mehr als anderthalb Stunden, der Bereich direkt vor der Bühne wird von Belieber:innen beherrscht, die auf Schildern ihre unsterbliche Loyalität versichern. Aber auch, wer mit Biebers Musik nicht allzu viel anfangen kann, erkennt ohne Weiteres, wieviel Talent der Kanadier hat: von durchchoreografierten Popsongs über Soloballaden bis hin zu einer langen Jamsession mit Bieber am Klavier ist alles dabei. Und weil Freitag ist, gehen die Leute danach längst noch nicht zurück ins Zelt, sondern feiern bis tief in die Nacht hinein – zum Beispiel mit der tanzbaren Musik von Jungle oder FKJ.

Drei Tage Sziget 2022 sind übrig. Auf der Webseite findet ihr alle Informationen zum Line-up.

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