„Tehran – Staffel 3“: Iran ganz nah an der Atomwaffe?
Hugh Laurie ist neben Niv Sultan und Shaun Toub Hauptakteur in Staffel 3 des Spionagethrillers „Tehran“ (deutsch: „Teheran“) bei Apple TV+.
Drei Jahre ist es her, dass die zweite Staffel bei Apple TV+ an den Start ging, doch Staffel 3 der israelischen Spionagethrillerserie „Tehran“ setzt unmittelbar ans Ende von deren Handlung an. „Tehran“ – die erste Staffel kann seit 2020 bei Apple TV+ gestreamt werden – handelt von der Mossad-Agentin Tamar Rabinyan (Niv Sultan), die undercover im Iran agiert und militärische Aktivitäten des Regimes zu sabotieren versucht.
Agierte in der zweiten Staffel noch Glenn Close als Gaststar mit – in der Rolle der Psychoanalytikerin Marjan Montazeri, die ebenfalls als Mossad-Agentin in Teheran tätig war – , so spielt diesmal Hugh Laurie, „Alles Licht, das wir nicht sehen“, „Catch 22“) den südamerikanischen Atominspekteur Eric Peterson, der im Auftrag der internationalen Atomaufsicht darüber wachen soll, dass Iran kein atomwaffenfähiges Uran anreichert. Doch dort ist man anscheinend viel weiter, und Peterson scheitert beim Versucht, heimlich Überwachungsgerät in der Versuchtsanlage unterzubringen. Währenddessen kann sich die israelische Agentin Tamar Rabinyan (Niv Sultan) gerade noch vor einem Killer retten und findet schließlich Unterschlupf in einem Frauenhaus in Teheran. In der Folge versucht Tamar, die in der letzten Staffel die Befehle des Mossad wiederholt verweigert hatte und deren Freund durch eine Autobombe des Mossad ums Leben kam, ohne den israelischen Geheimdienst eigenmächtig ihr Ding durchzuziehen. Doch der Mossad setzt den Spion und Killer Nissan (Sasson Gabai, „Das Schwein von Gaza“) auf sie an, um Tamar auf Linie zu bringen. Obwohl zu Beginn verfeindet, arbeiten Tamar und Nissan in der Folge immer besser zusammen und kämpfen sich schießend durch Teheran.

„Tehran – Staffel 3“: Zu nah an der Wirklichkeit?
Ihr großer Gegenspieler ist auch in dieser Staffel Faraz Kamali (Shaun Toub, „Snowpiercer“, „Homeland“), der Ermittlungschef im Geheimdienst der Iranischen Revolutionsgarden, dessen Frau jedoch seine Schwachstelle ist: Sie hält es im Iran nicht mehr aus und möchte zu ihrer Schwester nach Norwegen ausreisen. Regisseur Daniel Syrkin („Mobland“) lässt vor allem diese Hauptfiguren im Laufe der dritten Staffel bei immer neuen Twists gegen- und miteinander kämpfen – vor allem Hugh Laurie in der Rolle des Eric Peterson macht die extremsten Wandlungen durch: Lange Zeit spielt er den uninteressantesten Part, ehe der Atominspekteur in der zweiten Hälfte der Handlung ganz groß aufdreht. Was den Spionagethriller in dieser Staffel außerdem auszeichnet, ist der Blick in ein Teheraner Frauenhaus, in dem Frauen aus allen Bevölkerungsschichten vor der männlichen Repression Schutz finden, indem sie untertauchen. Hier hätte allerdings eine Schärfung der Charktere mancher Frauen der Serie gut getan. Noch ein Wort zur Veröffentlichungspolitik beim Streaminganbieter. Apple TV+ hat ein ganzes Jahr mit dem Start der Staffel gewartet, weil man es nicht wagte, sie während oder nach dem Zwölftagekrieg Isreals gegen den Iran zu zeigen. In Israel hingegen wurde die Staffel längst ausgestrahlt. Dort hatte man aber in der Folge ein ganz anderes Problem: Die Produktion der vierten Staffel – schon lange in Planung – musste immer wieder geschoben werden, weil wegen des Zwölftagekriegs das Drehbuch ständig umgeschrieben werden musste – es hatte eine zu große Nähe zu den tatsächlichen kriegerischen Handlungen Israels gegen den Iran. Israel hatte im Oktober 2024 mit massiven Luftangriffen versucht, das Atomwaffenprogramm Irans zu zerstören. Regisseur Sarkin sagte, dass der Ausgang des Krieges sich inhaltlich auf die vierte Staffel auswirken würde. Sie befindet sich aktuell noch in der Produktion, wobei ein Großteil der Außenaufnahmen wie schon in den vorherigen Staffeln aufgrund der ähnlichen Architektur in der griechischen Hauptstadt Athen stattfinden.