„Tempus“ von Pole: Zeit und Vergänglichkeit
Auf „Tempus“ widmet sich Pole erneut den großen Themen: Ohne strengeres Konzept verhandelt er Zeit und Vergänglichkeit.

Auf seiner letzten Platte „Fading“ hat sich Stefan Betke alias Pole mit der Demenzerkankung seiner Mutter auseinandergesetzt und das langsame Verwischen der Erinnerung in ernsten Ambient Techno verwandelt. „Tempus“ bleibt zwar der Thematik Zeit und Vergänglichkeit treu, lässt aber aufgrund des weniger strengen Konzepts mehr Raum zum Atmen. Während auf „Fading“ alle Struktur hinter Rauschen und Noise verschwand, klingt „Tempus“ sauberer und klarer.
Der Dub, seit jeher Grundbestandteil von Poles Musik, ist am deutlichsten noch auf „Stechmück“ hörbar – ein Track, auf dem Betkes Minimoog, der eigentlich gerade den Geist aufgibt, das sirrende Insekt imitiert. Auch bei „Alp“ ist der Titel Programm: Ein unbestimmt bedrohlicher Bass und ein humpelnder Beat sorgen für eine gespenstische Atmosphäre. Der Titeltrack bietet dann eine weitere Überraschung, denn dort taucht aus dem elektronischen Nebel auf einmal ein echtes Klavier auf und verleiht „Tempus“ unversehens eine Jazznote.
Musik


Bonobo im Interview: Raus aus dem Hamsterrad

Ein echter Songwriter: This is Lorelei im Interview
Hörenswert

Positiver Twist: Massendefekt lassen sich ihren Optimismus nicht nehmen!
Die Punkrockband Massendefekt lässt sich ihren Optimismus trotz herausfordernder Gesamtsituation nicht nehmen. Ob das daran liegt, dass im Tourbus auch mal Schlager laufen?

- Review
Typologie eines Lebens von EBOW: Was Deutschrap sein kann
Das neue Album „Typologie eines Lebens“ der Rapperin Ebow liefert alles, was Deutschrap im besten Fall sein kann. Zusätzlich versteht die Künstlerin es Rap Traditionen feministisch umzudenken.

Ballerina aus Bratislava: Adéla übernimmt die Popwelt
Provokation, große Träume und Ballett. Adéla hat alle drei Elemente perfektioniert und dreht auf ihrem Debütalbum „PRIMA“ Pirouetten durch eine Popwelt, von der sie selbst einst nicht mal zu träumen wagte.
