KULTUR

„Wider das Vergessen“: Gedenkkonzert in der Deutschen Oper Berlin

Leithner
Solo-Pauker Benedikt Leithner ist Initiator und Moderator der Konzertreihe „Wider das Vergessen“. Foto: Max Zerrahn

2019 hat Benedikt Leithner, Solopauker im Orchester der Deutschen Oper Berlin, die Konzertreihe „Wider das Vergessen“ ins Leben gerufen. Dabei gedenkt das Ensemble Musiker:innen an der Deutschen Oper, die zur Zeit des Nationalsozialismus nicht arbeiten durften, fliehen mussten oder gar getötet wurden. Am 21. März um 20 Uhr geht die Reihe in der Tischlerei nun in die vierte Runde. Dabei geht es um vier Musiker: Alfons Hirsch, Max Nelken, Kurt Oppenheimer und Ernst Silberstein. Nicht nur spielt das Orchester passende Musik, die Schauspielerin Margarita Broich liest zusätzlich persönliche Dokumente der Betroffenen vor. Benedikt Leithner moderiert den Abend.

Alle vier Musiker haben auf ihre Art unter der Herrschaft der Nazis gelitten. Der Bratschist Alfons Hirsch (1892–1990) blieb zwar zunächst vom Berufsverbot verschont, da auf ihn als Veteran des Ersten Weltkriegs das Frontkämpferprivileg zutraf. Doch 1938 floh er mit seiner Frau Eva in die Schweiz, wo er 20 Jahre lang im Orchestre de la Suisse Romande spielte. Max Nelken (1881–1941/42) war seit der Gründung der Deutschen Oper 1912 Teil der zweiten Geiger im Orchester. Zusammen mit seiner Frau Edith wurde er 1941 nach Minsk deportiert, wo er innerhalb eines Jahres verstarb.

Wie Hirsch war der Violinist Kurt Oppenheimer (1890–1945) zunächst aufgrund des Frontkämpferprivilegs vor der Entlassung geschützt. 1931 wurde er Geigenlehrer an der Jüdischen Musikschule Hollänger, bevor er 1941 nach Uruguay emigrierte. Dort starb er 1945 an einer Krankheit. Ernst Silberstein (1900–1985) war ab 1923 Solo-Cellist im Orchester und konnte sich aufgrund der Fürsprache von Karl Klingler bis 1936 als Kammermusiker halten. Im Anschluss emigrierte er in die USA, wo er den Rest seiner Karriere in New York und Cleveland arbeitete.

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