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Zoh und nicht anders: Zoh Amba im Interview zu „Eyes full“

Zoh Amba
Zoh Amba

Vom Free Jazz zum Folkalbum: Zoh Amba hat sich komplett neu erfunden – und ist dafür in den konservativsten Teil der USA zurückgekehrt.

Zoh, du hattest bereits eine etablierte Karriere als Free-Jazz-Saxofonist:in. Wo kommt da auf einmal dieses Singer/Songwriter-Album her?

Zoh Amba: Ich hatte nie die Absicht, ein Album zu veröffentlichen. Aber nach Jahren des Herumsitzens, während denen ich in meinem Herzen gewühlt habe, kamen nach und nach diese Songs. Damals habe ich meinen Gitarristen Kevin Hyland getroffen, meinen besten Freund, er ist wie ein Bruder für mich. Und wir haben einfach angefangen, dauernd zu spielen. Es ist irgendwie die Gnade Gottes, dass wir heute hier gelandet sind.

Gott und Religion sind zentrale Themen von „Eyes full“. Bedeutet dir dein Glaube sehr viel?

Amba: Meine Beziehung zur Religion ist noch dieselbe wie früher, als ich ein Kind war. Gott ist für mich wie eine alte Freundin: Wir streiten uns und brauchen auch mal Zeit für uns, aber wir finden irgendwie immer wieder zueinander. Sie hat den Humor in mein Herz gebracht – und die Liebe.

Auf dem Album geht es auch um deine Jugend in Kingsport, Tennessee – eine Stadt, der du einst sehr bewusst den Rücken gekehrt hast. Was hat dich zur Rückkehr bewegt?

Amba: Wahrscheinlich wollen alle, die aus meiner Gegend im Süden stammen, mal über die Berggipfel schauen. Ich würde nicht unbedingt sagen, dass ich künstlerisch zurückgekehrt bin, denn all diese Sachen waren die ganze Zeit in meinem Herzen.

Südstaaten wie Tennessee werden oft als rückwärtsgewandt und hasserfüllt gesehen – gerade aktuell. Trotzdem geht es in deinen Liedern darum, Sympathie für die Menschen dort zu wecken. Ist das zuletzt schwieriger geworden?

Amba: Im Moment sind ja leider alle US-Bundesstaaten rückwärtsgewandt und hasserfüllt. Im ganzen Süden, aber vor allem in Tennessee, haben die Regierungen eine Heidenangst davor, dass die Demokraten die Republikaner besiegen. Also müssen sie die Wahlbezirke ummodeln – und schaden damit den Schwarzen Wähler:innen in Memphis und überall. Aber am Ende werden diese Gouverneure nie gewinnen, egal, wie viele Tricks sie sich leisten.

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