„All my Time“ von Tofusmell: Leise Klänge, laute Botschaften
Mit seinem Debütalbum „All my Time“ zeigt sich der Künstler Tofusmell von seiner verletzlichen Seite und nimmt kein Blatt vor den Mund.

Rae Chen alias Tofusmell wagt auf seinem Debüt erst mal wenig: Der Opener „Cravings“ beginnt klassisch mit Akustikgitarre, einigen Klavierakkorden und Chens sanfter Stimme, die nach und nach von streichenden Drums umwoben wird – Tofusmell mimt den perfekten Singer/Songwriter. Dabei ist der Kanadier weit weg von nostalgiegefärbter Alles-ist-gut-Mentalität. Auf „All my Time“ thematisiert der Musiker die Versuche, den Unsicherheiten und Unzulänglichkeiten des Lebens zu begegnen – ohne Schönfärberei.
Das zeigt sich auch im weiteren Verlauf der Platte, wenn sich Tofusmell nach den anfänglich ruhigen Arrangements unberechenbarer zeigt: In „(Me Tomorrow)“ kommt eine Nuance Folk dazu, bevor im letzten Drittel der Instrumentierung aller Raum gegeben wird. In „Dreams I’ve had“ zeigt der Mann aus Winnipeg sich sogar im Wilco-Habitus, und bei „Pilot Fish“ treiben Soundeffekte das stimmliche Wispern zum stimmungsvollen „good things will happen“ an. So werden aus leisen Klängen laute Botschaften.
Musik


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