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„Toil and Trouble“ von Angelo De Augustine: Schön abgründig

Angelo De Augustine Toil and Trouble Cover

Den Sufjan-Vergleichen entkommt der Indiefolker auch auf seinem vierten Album nicht. Doch die Düsternis in seiner Musik gehört ganz ihm.

Wird Angelo De Augustine jemals dem Schatten von Sufjan Stevens entkommen? Und will er das überhaupt? Immerhin veröffentlicht er seine Alben auf Stevens’ Label, tourt regelmäßig mit ihm und hat 2021 „A Beginner’s Mind“ gemeinsam mit dem bekannteren Kollegen veröffentlicht. Darauf waren die Stimmen der beiden teilweise nicht zu unterscheiden.

Auch De Augustines viertes Soloalbum „Toil and Trouble“ wird die Stevens-Vergleiche nicht beenden, obwohl der Kalifornier komplett allein daran gearbeitet hat – drei Jahre lang. Um seine hohe Flüsterstimme und die sanft gezupfte Gitarre ranken sich ausgefallene Instrumente wie Glasxylophon oder Mellotron, Synthesizer und Field Recordings.

Wie Cover und Titel versprechen, will De Augustine eine märchenhafte Welt heraufbeschwören, doch die Texte sind alles andere als eskapistisch: „There’s no sense anymore/And no one left to blame“, singt er gleich im Eröffnungstrack „Home Town“, und „Naked Blade“ steckt voller Todessehnsucht: „Like a dog/Who’s been suffering/You need to put me down“. Diese Mischung aus Fabulierlust und Abgründigkeit gehört dann doch De Augustine allein.

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