„The King“ von Anjimile: Hoffnung ist ein Luxus
Auf seinem zweiten Album „The King“ nutzt Anjimile Folk und Elektronik als Ausgangspunkt für widerstrebende Protestmusik.

Gedankenexperiment: Ein Schwarzer trans US-Amerikaner nimmt ein Album auf. Mit welchen Themen wird er sich wohl auseinandersetzen? Es ist wohl kaum vorstellbar, dass es in den Lyrics nur um Sonnenschein und Bonbons geht. Klar, die Umstände erzwingen eine Positionierung, aber ist das nicht auch furchtbar deprimierend? Auf seinem zweiten Album „The King“ nutzt Anjimile Folk und Elektronik als Ausgangspunkt für widerstrebende Protestmusik. Trotz des Titels ist dabei immer klar, dass der Künstler und Leute wie er die Verlierer sind – und einfach erschöpft.
Drei der Songs hat Anjimile direkt nach der Tötung George Floyds geschrieben. Das Album steckt voller Zorn, aber erkennt auch an, dass nicht alles, was einen fast umbringt, auch stärker macht: „If I suffer, will it change me?“, fragt Anjimile in „Pray“. „Will it make me old?“ Auch musikalisch wird die Disruption hörbar, etwa wenn im Titeltrack ein hymnischer, wortloser Chor durch höllische Arpeggien zerfetzt wird. Damit steht „The King“ auch in der Tradition des Blues, für den Hoffnung schon immer Luxus gewesen ist.
Musik

- News

„Seethe“ von Chelsea Wolfe: So klingen Rachegelüste

Fontaines D.C. sind zurück: Das wissen wir zum neuen Album
Hörenswert

Erykah Badu und The Alchemist: Single „Witch Doctor“ kündigt Album an
Mit „Witch Doctor“ treibt Erykah Badu gemeinsam mit The Alchemist den Medien den bösen Geist aus – und kündigt im gleichen Atemzug ein Album an.

Ein vielversprechendes Debüt: Kennt ihr schon Tommy Lefroy?
Manche Songs tragen jahrelang ein Geheimnis mit sich, bevor sie es endlich erzählen dürfen. Auf dem nun angekündigten Debüt „The Precariat“ befinden sich sechs Jahre Songwriting-Geschichte des Duos Tommy Lefroy. Aber wer sind die beiden eigentlich?

- News
„Vogue“ von Wasia Project: Eine nächtliche Erinnerung
Die neue Single „Vogue“ von Wasia Project vereint Techno-Beats mit sinnlicher Nostalgie und bewegt sich dynamisch zwischen Sehnsucht und Euphorie.
