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„Lot – Geschichten einer Nachbarschaft“ von Bryan Washington: In the Hood

Die Erzählungen aus „Lot – Geschichten einer Nachbarschaft“ von Bryan Washington fühlen sich wie ein Roman an.

Buchcover „Lot – Geschichten einer Nachbarschaft“ von Bryan Washington

Wenn irgendwie möglich, drucken Verlage die Genrebezeichnung „Roman“ auf ihre Bücher: Verkauft sich einfach besser! Ausgerechnet „Lot – Geschichten einer Nachbarschaft“ von Bryan Washington läuft nun aber unter „Erzählungen“ – dabei fühlen sich die Texte des US-amerikanischen Autors wie ein Roman an. Zusammengehalten werden sie nicht nur von dem jungen Afro-Latino-Erzähler, der von seiner sexuellen Selbstfindung und der mehr und mehr auseinanderbrechenden Familie berichtet.

Als eigentliches Zentrum  von „Lot – Geschichten einer Nachbarschaft“ etabliert Bryan Washington das von Hispanics und Afro-Americans bevölkerte Armenviertel der texanischen Metropole Houston. Immer wieder weitet Washington den Blick und schwenkt von seinem Protagonisten auf die Nachbarschaft: Eine Jamaikanerin betrügt ihren Mann mit einem whiteboy und wird von den Bewohnern des Viertels verraten, ein junger Einwanderer sucht sich einen älteren Dealer als Mentor, und junge Stricher schließen sich in ihrer Sehnsucht nach Sicherheit und Gemeinschaft zusammen. Es ist die Zerbrechlichkeit der Figuren, ihre Versehrtheit, die sich hinter der unterkühlten, oft beiläufigen Sprache offenbart. Sie eint Washingtons Personal und brennt sich den Lesenden ein.

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