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Eine von uns

Buchcover „Couscous mit Zimt“ von Elsa Koester

In dem Debütroman „Couscous mit Zimt“ von Elsa Koester geht es um Fremdbestimmung, um Heimat und um Identität.

Wer entscheidet eigentlich, wo wir hingehören? Dass dies nicht immer in den eigenen Händen liegt, bekommen die Protagonistinnen in „Couscous mit Zimt“ von Elsa Koester nachhaltig zu spüren. In dem Debütroman geht um Fremdbestimmung, um Heimat und Identität – kurz darum, dazuzugehören. Lisa ist als Tochter eines Deutschen und einer Französin aus Tunesien in Berlin aufgewachsen. Anders dagegen ihre Mutter Marie und Großmutter Lucile: Beide mussten ihre tunesische Heimat nach dem Ende der französischen Kolonialzeit verlassen, was vor allem an Marie nicht spurlos vorbeigegangen ist. Auch Luciles kinderreicher Lebensweg entsprach nicht dem, was sich die freiheitsliebende und eigensinnige Frau einst gewünscht hatte. Die verschleppten Traumata ziehen sich durch drei Generationen und kommen in subjektiver Erinnerung zur Sprache.

Als Lisa nach Luciles und Maries Tod die Pariser Wohnung ihrer Großmutter übernimmt, beginnt die Auseinandersetzung mit der eigenen Familiengeschichte. Elsa Koester vermittelt aus wechselnden Perspektiven, wie sehr die eigene Identität von Umbrüchen und dem Erlebten voriger Generationen geprägt ist. Mit einer Flut an Sinneseindrücken lässt die Autorin ihre Protagonistinnen zwar sehr atmosphärisch erzählen, doch sind die minutiösen Beschreibungen mitunter auch schlicht überfrachtet. Koesters deutlich autobiografische Parallelen zu Lisa und die sprachgewaltige Erzählfreude machen eine Sehnsucht nachvollziehbar, sich durch die familiäre Gruppenzugehörigkeit definieren zu können. So hat es Elsa Koester mit „Couscous mit Zimt“ auch auf unsere Liste der besten Bücher im Oktober geschafft.

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