Emma-Jean Thackray: Yellow
Bei Emma-Jean Thackray aus London trifft dancefloortauglicher Discofunk auf den abgespaceten Spiritual-Jazz, der aktuell an der US-Westküste hip ist.

Emma-Jean Thackray wiederholt eine Zeile aus dem ersten Song ihres Debütalbums mantraartig: „To listen is to love“. Zuhören ist essentiell, weiß die Engländerin, und sie zitiert musikalisch unverhohlen Coltranes „A Love supreme“. Emma-Jean Thackray, die autodidaktische Pianistin, die später Jazz-Trompete studiert hat, fusioniert auf „Yellow“ den Dancefloor-tauglichen Discofunk ihrer vertrauten Londoner Szene mit dem abgespacten Spiritual-Jazz, der aktuell an der US-Westküste hip ist. Das Album ist größtenteils in Thackrays Home Studio während des Lockdowns entstanden – und das ist vermutlich das Manko. Was live jede Menge Charme versprüht, trägt auf Platte nur selten über vier oder fünf Minuten. Anstatt mit ihrem Quartett aufzunehmen, hat die Producerin die Bläser, Streicher und den Chor übereinander geschichtet, und dazu noch all die Instrumente, die sie selbst spielt – klassischer Overkill. Erfrischend immerhin die krude-bekiffen Texte: Thackray ruft die Venus an, sie feiert den Sonnenschein und „GreenFunk“.
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