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„Feine Risse“ von Elisa Hoven

Buchcover „Feine Risse“ von Elisa Hoven

Mit „Feine Risse“ weiß Elisa Hoven erneut von spektakulären Strafverfahren zu erzählen – und erneut sind die persönlichen Dunkelzonen ihrer Anwältin Eva Herbergen sogar noch spannender.

Mit „Feine Risse“ legt Elisa Hoven einen zweiten Eva-Herbergen-Roman vor

Sollte Juli Zeh in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich als Bundespräsidentin ins dann frisch sanierte Schloss Bellevue einziehen, Elisa Hoven könnte literarisch übernehmen. Wie Zeh ist sie nicht nur Juristin, Hoven arbeitet als Richterin am Sächsischen Verfassungsgerichtshof und ist Professorin für Strafrecht an der Uni Leipzig, sondern verfasst auch Kolumnen und meldet sich regelmäßig zu gesellschaftlichen Themen zu Wort. Vor allem aber hat Hoven vergangenes Jahr mit dem Bestseller „Dunkle Momente“ eine charismatische aber durchaus auch abgründige Romanheldin etabliert: Die Strafverteidigerin Eva Herbergen spielt mit dem Gedanken, ihre Anwaltszulassung zurückzugeben. Sie zweifelt, und sie erzählt von juristischen Strafverfahren, in denen Recht und Gerechtigkeit nicht unbedingt deckungsgleich sind. Und dabei geht es immer auch um persönliche Dunkelzonen, um Grenzen, die sie selbst überschritten hat.

Mit „Feine Risse“ legt Hoven nun einen zweiten Herbergen-Roman vor. Wieder sind da spektakuläre, mit aktuellen Bezügen gespickte Verfahren, die jeweils für sich betrachtet schon hochspannend sind: Die Schauspielerin, die bei Dreharbeiten ihre Kollegin tötet, weil in der Waffe aus ungeklärten Gründen eben keine Platzpatronen waren. Was weiß ein Journalist über einen Terroranschlag in Dortmund? Immerhin ist er im Auftrag einer Tageszeitung erst wenige Monate zuvor nach Afghanistan gereist und hatte mit Mitgliedern genau jener IS-Gruppierung gesprochen, die jetzt mit dem Anschlag in Dortmund in Verbindung gebracht wurden. Doch all das ist nichts gegen die Rahmenhandlung, in der die moralischen Dilemmata aus den Gerichtsverfahren zusammenlaufen: Im frisch verkaufen Elternhaus von Herbergens Ehemann Peter wird das Skelett einer vor vielen Jahren eingemauerten Leiche gefunden – und Herbergen stellt Nachforschungen hinter dem Rücken ihres Partners an.

Mit „Feine Risse“ hat es Elisa Hoven auf unsere Liste der besten Bücher im Juni 2026 geschafft.

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