Fontaines D.C. sind zurück: Das wissen wir zum neuen Album
Es sind nur wenige Sekunden. Ein blauer Planet, der sich langsam dreht, bis er in die Nahaufnahme eines pochenden blauen Auges übergeht. Mehr braucht es nicht, um das Internet in Aufruhr zu versetzen.

Fontaines D.C. sind zurück, und sie kommen dunkler, kühler und synthetischer als je zuvor. „Dopamine Chamber“ heißt das fünfte Studioalbum der irischen Band, die mit ihrem Vorgänger „Romance“ nicht nur die Kritiker, sondern eine riesige Fangemeinde für sich gewonnen hat. Jetzt stehen sie mit der neuen Single „Marianne“ in den Startlöchern – ein erster Vorgeschmack auf das, was noch folgen soll.
Dopamin als Fluchtpunkt
Wer die rohe, verzerrte Energie von „Romance“ im Ohr hat, wird sich umgewöhnen müssen. Auf „Dopamine Chamber“ verabschieden sich Fontaines D.C. Stück für Stück vom klassischen Gitarrensound und tauchen ein in eine kältere, elektronischere Klangwelt. „Marianne“ läutet dieses neue Kapitel wirkungsvoll ein: ein Song, von Synthies getragen, der sich anfühlt wie eine Flucht vor dem Untergang. Thematisch bewegt sich das Album auf dem Höhepunkt des Weltschmerzes.
Es geht um die menschliche Übergier nach Lust und Glück, um Dopamin als Antrieb des menschlichen Strebens nach Sicherheit und Positivität. Und die Realität, aus der heraus dieses Verlangen entsteht, ist alles andere als rosig. Das Album analysiert das Risiko und die Bereitschaft zum Eskapismus – von dem Wunsch, in ein besseres Gefühl zu flüchten, koste es, was es wolle. „Das Album selbst ist eine Dopamine Chamber“, sagt Sänger Grian Chatten. „Du trittst hinein, und wir testen diese verschiedenen bewusstseins- und stimmungsverändernden Musikstücke an dir.“
Ein Blick nach Innen
Auf „Dopamine Chamber“ stellt sich die fünfköpfige Band der Hässlichkeit unserer aktuellen Welt und der Frage, was bleibt, wenn die Hoffnung fehlt. Fast wie eine Studie menschlicher Bedürfnisse und Verhaltensweisen im Ausnahmezustand liest sich das Konzept des Albums. Während frühere Alben der Band oft von Orten als Konzepten und Rahmen erzählten, wagen Fontaines D.C. diesmal den Schritt auf eine höhere konzeptionelle Ebene: Sie tauchen in sich selbst, in die Menschheit, in Bewältigungsmechanismen und Fantasien ein. Es wird abstrakter und bleibt trotzdem so nah, denn Fontaines D.C. sind bekannt dafür, die Emotionen einer ganzen Generation authentisch und ungefiltert darzustellen. „Marianne“ ist erst der Anfang, ein erster Einblick in diese kühl-synthetische Welt. Mehr soll folgen. Am 16. Oktober.
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