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„Reinheit“ von Garth Greenwell: Hasst du dich lieb?

Buchcover „Reinheit“ von Garth Greenwell

„Wir können uns nie sicher sein, was wir wirklich wollen. Wir können uns nie der Authentizität unseres Begehrens sicher sein, denke ich, der Reinheit in Bezug auf uns selbst.“ Garth Greenwell schließt an seinen Debütroman „Was zu dir gehört“ an, indem er in „Reinheit“ seinen namenlosen Ich-Erzähler durch Sofia streifen lässt.

Bald wird der US-Amerikaner seine Lehrtätigkeit beenden und das Land verlassen, und noch einmal reflektiert er die Begegnungen, die ihn in dieser Zeit geprägt haben: Auf ein Gespräch mit einem seiner Schüler über das so absolute, aber unerwiderte erste Begehren folgt ein SM-Date, dessen Grenzgang zwischen Lust und Grausamkeit er mit pornografischer Genauigkeit seziert.

In „Reinheit“ kontrastiert Garth Greenwell die Liebe des Protagonisten und seine Beziehung mit Toilettensex

Wenn Greenwell die Liebe des Protagonisten und seine Beziehung zu R. mit Toilettensex kontrastiert, geht es ihm immer auch um die Lebensumstände der LGTBQIA*-Community in Bulgarien. Doch vor allem sind die Erzählungen von „Reinheit“ eine Kartografie des Begehrens, in der Garth Greenwell so zart und zugleich so kompromisslos und grausam über Sex schreibt.

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