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„Ein Sommer in Niendorf“ von Heinz Strunk: Achtsam – nicht achtsam

Heinz Strunk erzählt in „Ein Sommer in Niendorf“ von einem Juristen, der an der Ostsee dem Alkohol verfällt und verwahrlost.

Portraitfoto Heinz Strunk
Foto: Dennis Dirksen

Gerade ist mit „Ein Sommer in Niendorf“ ein neuer Roman von Heinz Strunk erschienen. Im Jahr 2008 verabschiedete er sich beim Interview vom Autor dieser Zeilen mit den Worten: „Du, ich hab gleich Pilatesstunde.“ Heute erzählt Heinz Strunk in vielen Interviews von seinen regelmäßigen Fastenkuren: Der Komiker und Schriftsteller wurde vor wenigen Wochen 60, achtet aber schon länger auf sich und seinen Körper. Wenn er Romane schreibt, nimmt Strunk weniger Rücksicht, zum Beispiel wenn er über seine Laster schreibt: Die Spielsucht war schon Thema in seinem autobiografisch-fiktionalen Buch „Heinz Strunk in Afrika“, auch der Alkohol wurde immer wieder thematisiert, eingebettet aber waren diese ernsten Themen immer in den typischen Strunk’schen Humor, den man ungefiltert erst dann erfährt, wenn Heinz Strunk seine Texte auch selber liest.

Beim neuen Roman ist das nicht anders – man sollte ihn hören. In „Ein Sommer in Niendorf“ stellt uns Hein Strunk mit dem Juristen Georg Roth einen älteren Mann vor, der nach Niendorf an die Ostsee reist, um seine Familiengeschichte niederzuschreiben, dann aber zu trinken beginnt und zunehmend verwahrlost. Der Hype um Thomas Mann als Reverenz mag oberflächlich gesehen stimmen, und dennoch bildet wieder Strunks komisch-böser Blick ohne Rücksicht auf die Menschen das Zentrum der Handlung. Erste Reaktionen: Die Einwohner von Niendorf haben sich in den sozialen Medien bereits gegen Strunk in Stellung gebracht.

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