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„Unser wirkliches Leben“ von Imogen Crimp: Arien vom Patriarchat

Buchcover „Unser wirkliches Leben“ von Imogen Crimp

Ein Coming-of-Age-Roman und ein popliterarischen Streifzug durch London ist „Unser wirkliches Leben“ von Imogen Crimp nur auf den ersten Blick.

Die Gesangsstudentin Anna geht eine Liaison mit dem 14 Jahre älteren, wohlhabenden Banker Max ein, der als Liebhaber sowohl sympathischer Lebemann – aber auch ein verbitterter, arroganter und chauvinistischer Egozentriker ist. Schnell entwickelt Anna eine emotionale und materielle Abhängigkeit zu Max, der als Mann der Zahlen herzlich wenig von Annas Karriereplänen als Opernsängerin hält. Gaslighting und subtile Kontrollstrategien sorgen bei Anna für tiefe Selbstzweifel: Max bringt sie sogar so weit, ihren großen Traum infrage zu stellen.

Mit „Unser wirkliches Leben“ fängt Imogen Crimp psychologisch präzise ein, was es für eine junge Frau bedeuten kann, sich in ein einseitiges, patriarchales Machtverhältnis zu begeben.

Aus Annas Perspektive fängt Imogen Crimp psychologisch präzise ein, was es für eine junge Frau bedeuten kann, sich in ein einseitiges, patriarchales Machverhältnis zu begeben. Dabei verhandelt sie auch den postmodernen Feminismus – vom akademischen Theoretisieren bis hin zu materialistischen Strukturen und der unbändigen Macht der Männer in einer Stadt des Geldes. Durch Crimps sprachliche Raffinesse und ihrer außergewöhnlichen Beobachtungsgabe wird aus diesem auf den ersten Blick austauschbaren Stoff ein wahrer Pageturner.

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