„Stay now“ von Joel Lyssarides: Die Wucht der Stille
Joel Lyssarides präsentiert auf „Stay now“ schwermütige, sparsame Melodiebögen, die besonders nachts ihre volle Wirkung entfachen.

Nachtschicht in einem einsamen Haus. Weit genug weg von Stockholm, um völlige Ruhe zu haben. Rundherum nur Wald und Dunkelheit, drinnen, im Haus, ein Mann an einem Klavier. Joel Lyssarides wird gerade mal 30 in diesem Jahr, doch der Schwede blickt bereits auf eine lange Liste wichtiger Kooperationen und auf eine ebenso lange Liste internationaler Auszeichnungen zurück.
Wer mit Leuten wie Nils Landgren oder Viktoria Tolstoy arbeitet, landet früher oder später bei ACT – für Joel Lyssarides ist „Stay now“ das Debüt bei dem Münchener Label. Es sind die schwermütigen, sparsamen Melodiebögen des Skandinaviers, die die Sprache des Albums definieren. Ohne ihre Leistung schmälern zu wollen: Bassist Niklas Fernquist und Drummer Rasmus Blixt assistieren zumeist, die Kompositionen hätten durchaus auch auf einem Soloalbum ihre betörende Wirkung entfaltet. Die Wucht der Stille, die Joel Lyssarides zwischen Abend und Morgen in seiner Eremitage eingefangen hat, packt einen besonders nachts, wenn sonst alles schläft. Auch, wenn rundherum nicht nur Wald und Dunkelheit sind.
Musik


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