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„Stürzen Liegen Stehen“ von Jon McGregor: Sagen, was Sprache ist

Buchcover „Stürzen Liegen Stehen“ von Jon McGregor

„Stürzen Liegen Stehen“ von Jon McGregor beginnt als Abenteuerroman: In der Antarktis werden drei Forscher von einem Sturm überrascht, einer kommt dabei ums Leben. Campleiter Robert hatte die Verantwortung, doch er scheint versagt zu haben. Robert hat allerdings eine Entschuldigung: Er hatte mitten im Sturm einen Schlaganfall. Das bedeutet aber auch, dass er nicht erzählen kann, was passiert ist …

Jon McGregor hat seinen neuen Roman in drei denkbar unterschiedliche Teile gegliedert: Teil eins ist ein packendes Abenteuer im Eis, Teil zwei, aus Sicht von Roberts Frau Anna geschrieben, ein medizinisches und emotionales Drama. Teil drei wiederum weitet den Fokus auf die Reha-Gruppe aus, in der Robert lernt, wieder zu kommunizieren. Dabei wird deutlich, dass es Jon McGregor weniger um den roten Faden und Roberts Geheimnis geht als um das Wesen des Sprechens an sich. So lässt er uns im ersten Teil an Roberts Gedanken teilhaben, in denen die Wörter durcheinanderpurzeln, und zeigt später Strategien auf, mit einem beschädigten Sprachzentrum umzugehen. Nicht viele Romane funktionieren auf so vielen Ebenen gleichzeitig.

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