Juanes live in München und Köln
Juanes kommt im Juli nach Deutschland – mit lateinamerikanischem Pop, iberisch geprägter Rockmusik und natürlich dem Sommerhit „La Camisa negra“.

Zum klischeetriefenden Latin Lover taugt er nicht, dieser Juan Esteban Aristizabal, kurz Juanes. „Oh Gott, ich bin überhaupt kein Draufgänger“, beteuert der 46-jährige, der mit „La Camisa Negra“ – gewissermaßen das „Despacito“ des Jahres 2005 – einen bis heute sehr präsenten Hit landen konnte. „Ich halte mich sogar für einen ziemlich scheuen Menschen. Als ich meine Frau kennenlernte, war sie es, die mich zum ersten Essen eingeladen hat. Ich mache mir ständig wegen aller möglichen Dinge Sorgen, und natürlich hatte ich erwartet, dass sie mich zurückweist. So richtig unbeschwert und frei fühle ich mich tatsächlich nur auf der Bühne.“ Das Date verlief dann wohl doch passabel, mittlerweile haben Juanes und die Schauspielerin Karen Martinez drei gemeinsame Kinder zwischen 9 und 15 Jahren. „Wir haben beschlossen, dass wir immer zusammen bleiben. Denn selbst wenn es ab und zu hoch her geht, lieben wir uns einfach immer noch.“
Hoch her geht es logischerweise auch bei seinen Live-Auftritten. Juanes, der in der früheren kolumbianischen Kokainhochburg Medellin aufgewachsen ist und heute mit der Familie in Key Biscayne/ Florida lebt, vermengt in seinen Songs lateinamerikanischen Pop mit iberisch geprägter Rockmusik. Seine Shows sind wirklich handgemacht, daher lässt sich Juanes nur zum Teil mit Musikern wie Luis Fonsi, Maluma oder Ricky Martin in einen Topf werfen. Auch wird er in seinen Stücken immer mal wieder politisch: Bei den Latin Grammys soll der Menschenfreund, der seine Laufbahn als Sänger der Metalband Ekhymosis begann, im kommenden November sogar als Person of the Year geehrt werden. „Ich sehe mich nicht als Protestsänger“, sagt der Musiker, den sie auch den Bono Lateinamerikas nennen, „aber ich bin gesellschaftlich und politisch interessiert. Und ich träume vom Frieden. Nicht nur in Kolumbien, sondern überall auf der Welt.“
Nur eine Sache kommt für Juanes, der Ende August das Miami-Konzert der Rolling Stones eröffnen wird, kategorisch nicht in Frage: auf Englisch zu singen. „Mir ist es sehr wichtig, mich in meiner Muttersprache auszudrücken. Ich kann mich auf Englisch unterhalten, aber ich träume ausschließlich auf Spanisch. Und darauf kommt es an.“
Steffen Roth
Tickets für Juanes könnt ihr bei Eventim bestellen.
Musik


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