Kahil El’Zabar: Kahil El’Zabar’s Spirit Groove
Ausufernde, langsam glühende Jams, über die Kahil El’Zabar seine Spoken-Word-Predigten hält: Empfindsames Teamplay und erhabene Gelassenheit.

In Chicago ist er eine Legende: Kahil El’Zabar ging 1973 nach Ghana, um die dortige Musik zu studieren, später tourte er mit Dizzy Gillespie und Nina Simone; für die Sängerin entwarf er sogar Kleidung. Der Perkussionist hat afrikanische Instrumente wie Balafon und Kalimba beherrscht, ehe irgendjemand sonst auch nur davon gehört hatte, und er hat das Konzept eines „Afrocentric Spiritual Jazz“ entworfen, der Traditionen zweier Kulturen verbindet.
El’Zabars aktuelles Projekt ist ein Quartett, das der 66-Jährige mit den Jahrzehnte jüngeren Emma Dayhuff (Bass) und Justin Dillard (Keyboards) auffrischt. Vierter im Bunde auf diesen sieben Stücken, die sich auf die 80 Minuten einer Doppel-LP verteilen, ist Saxophonist David Murray. Mit Ausnahme des sich vor Coltrane verneigenden Bops „Trane In Mind“ dominieren ausufernde, langsam glühende Jams, über die El’Zabar seine Spoken-Word-Predigten hält. Keine Egos, keine enervierenden Soli, sondern empfindsames Teamplay und erhabene Gelassenheit – ein Meisterwerk.
Kahil El’Zabars Spirit Groove erscheint am 12. Juni bei Spiritmuse Records.
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