- Review
Kamasi Washington: Becoming (Original Motion Picture Score)
Auf seinem Soundtrack zur Michelle-Obama-Doku flirtet der Saxofonist mit dem Pop. Das geht zumeist gut.

Kaum ein anderes Instrument lässt sich so schön zum Schreien bringen wie das Tenorsaxofon. Auch deswegen hat das Spiel von Kamasi Washington häufig etwas Ekstatisches. Bei dem Soundtrack zu der Michelle-Obama-Doku „Becoming“ hält sich der aus L.A. stammende Musiker jedoch ganz bewusst zurück: Die Kompositionen unterstützen in erster Linie die Bilder des Films. Die Arrangements sind weniger dicht, die dynamischen Verläufe weniger schwankend, die Melodien eingängiger.
Washington flirtet ganz ungeniert mit dem Pop, auch mit seinen eher kitschigeren Formen. Er selbst hält sich größtenteils im Hintergrund, verzichtet auf seinen charakteristisch druckvollen Sound und setzt in den wenigen solistischen Momenten auf einen Cool-Jazz-Ton à la Stan Getz. Dabei ist beeindruckend, wie weit sich Washington stilistisch von seinem typischen Sound entfernen kann. So ganz soft klingt er ohne die Filmbilder aber auch etwas langweiliger als sonst.
Becoming erscheint am 11. Dezember.
Musik


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