Miles Davis: Tutu – Deluxe Edition

Nicht nur das Originalcover von Miles Davis‚ „Tutu“-Album wirkt wie ein Gemälde. Marcus Miller zimmerte mit Tomy LiPuma 1986 den finalen Rahmen für einen Jahrhunderttrompeter, der sich bis dahin störrisch gegen alles gewehrt hatte, was ihn stilistisch festgenagelt hätte. Die sterile Geometrie der Orchestrierung reduzierte den Solisten Miles Davis auf dessen sphärische Klangminiaturen, und die Onemanshow Miller strafte im Lauf der Jahre alle Kritiker Lügen, die in „Tutu“ den Untergang eines Genres sahen. Nie mehr war Miles Davis nach seinem Split mit Columbia konzentrierter als bei diesen Aufnahmen und den unmittelbar folgenden Touren. Warner hat den Grammy-Erfolg jetzt – 20 Jahre nach Davis‘ Ableben – sauber remastert und einen 86er-Konzertmitschnitt draufgelegt: Unter der Sonne Nizzas entwickelte die Millersche Tiefkühlware jede Menge Schub und Funk. Nur einen ließ dieser heiße Juliabend mit Bob Berg, Robben Ford, doppelter Synthiebesetzung und großer Rhythmusabteilung so cool wie eh und je: den weltentrückten Meister selbst. Ein würdiges Erinnerungsalbum.
Musik


Jigitz beweist mit 50 Ballerinas: Electro kann auch zart sein
- Tourneen

Fluppe auf Tour: Mit Poesie Richtung Weltuntergang
Hörenswert

Shinier World Tour: Art Garfunkel kommt nach Hamburg
Im Rahmen seiner Shinier World Tour ist Musiklegende Art Garfunkel auf Welttournee. Im Oktober spielt er in der Elbphilharmonie.

Dad Harmony: Schwedische A-cappella-Väter auf Tour
Es begann auf einem Junggesellenabschied, heute haben Dad Harmony Fans auf der ganzen Welt. Jetzt kommen die Schweden nach Deutschland.

Fast am Altar: Blondshells Fur Elise
Manchmal ist die schönste Metapher eine, die eigentlich gar nicht passt. Mit „Fur Elise“ veröffentlicht Blondshell alias Sabrina Teitelbaum einen Song, der klingt wie die vorletzte Szene eines Coming-of-Age-Films.