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„Den Sturm ernten“ von Phil Klay: Die Kunst des Krieges

Buchcover „Den Sturm ernten“ von Phil Klay

Bevor er Autor geworden ist, hat Phil Klay selbst als US-Marine im Irak gedient. Er kann uns aus erster Hand vom Krieg erzählen – auch Dinge, die wir am liebsten gar nicht so genau wissen würden.

Doch „Den Sturm ernten“ ist kein Kriegsroman im klassischen Sinn, auch wenn er Szenen von extremer Gewalt schildert, sondern eine zornige Auseinandersetzung mit US-Imperialismus und der Maschinerie des Militarismus. Eigentlich ist der Frieden greifbar: 2016 steht in Kolumbien ein Volksentscheid an, der den jahrzehntelangen blutigen Bürgerkrieg zwischen linken Guerillas, rechten Paramilitärs, Drogenbanden und Regierung beenden könnte. Doch noch ist der Konflikt nicht vorbei, und das US-Militär unterstützt die kolumbianischen Truppen mit Waffen, die einem Science-Fiction-Roman entstammen könnten. Geduldig positioniert Phil Klay seine Protagonist:innen wie Figuren auf einem Schachbrett: Er lässt einen ehemaligen Paramilitär, eine Kriegsjournalistin, einen US-Soldaten und einen kolumbianischen Offizier abwechselnd aus der Ich-Perspektive erzählen, bevor er sie im letzten Drittel zu einem so tragischen wie unausweichlichen Finale zusammenbringt.

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