qobuz-Tipp der Woche: „Castle Park“ von Graham Coxon
Graham Coxons neues altes Album wird nach 15 Jahren endlich veröffentlicht, gefolgt von einer großen Neuauflage.

Aufgenommen hatte Graham Coxon „Castle Park“ schon 2011. Das Solo-Studioalbum sollte ursprünglich der unmittelbare Nachfolger von „A+E“ (2012) sein und wurde fast zeitgleich aufgenommen, aber nie veröffentlicht. Coxon war einfach zu beschäftigt mit Blur. Der Leadgitarrist zählte 1988 zu den Gründungsmitgliedern der Britpop- und Rockband, begann aber schon bald, seine eigenen Songs zu produzieren. Ab dem 19. 6. können Fans nicht nur endlich die zehn Songs auf „Castle Park“ hören: Transgressive Records hat eine umfangreiche Neuauflage des gesamten Solo-Katalogs von Graham Coxon angekündigt. In physischer Form ist seine Musik längst nicht mehr erhältlich. Ab dem 19. 6. sollen neben dem neuen Album auch die Solo-Studioalben „The Sky is too high“ (1998) und „The Golden D“ (2000) neu veröffntlicht werden. Im Laufe des Jahres will Transgressive Records dann alle neun Studioalben und drei Original Soundtrack-Alben des Künstlers neu auflegen.
Stilistisch hat sich Graham Coxon ausgetobt. Der britische Gitarrist und Singer-Songwriter bewegte sich in seiner Zeit bei Blur vor allem im Alternative Rock und Indie-Rock. Als Solo-Künstler wandte er sich mit seinem Debüt „The Sky is too high“ demonstrativ dem Lo-Fi zu. In späteren Alben experimentierte er mit Punk-Rock und zeigte seine Leidenschaft für den Blues. Vor wenigen Jahren meldete sich der Ausnahme-Gitarrist mit zwei Soundtrack-Alben für zwei Staffeln der Netflix-Serie „The End of the fucking World“ zurück. Auch diese soll es bald als Neuauflage geben.
Einen Vorgeschmack gibt es schon, und zwar in zwei klanglichen Geschmackssorten. Bereits im April erschien die Vorab-Single „Billy Says“. Fans konnten den Song regelmäßig bei Live-Auftritten hören, jetzt kann er endlich gestreamt werden. Der Track spiegelt klanglich den Mod-Sound des ganzen Albums wider. Inhaltlich geht es um die dubiosen Versprechen und Liebesbeteuerungen eines gewissen Billy. Die zweite Vorab-Single „Alright“, die im Mai erschien, schlägt hingegen einen bittersüßen Ton an, den Kritiker mit dem Blur-Song „Coffee and TV“ (1999) vergleichen. Allerspätestens am Freitag, wenn „Castle Park“ endlich in Gänze erscheint, wird die Musikszene sehr froh sein, dass Graham Coxon dieses Album doch noch von der Werkbank genommen hat. Staub hat sich auf der Platte jedenfalls auch nach 15 Jahren nicht gebildet.
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