qobuz-Tipp der Woche: „Music, Fashion, Film“ von Charli xcx
Musik, Mode, Film... oder doch Rock? In welcher Ära bewegt sich Charli xcx denn nun?
Wir erinnern uns: Anfang Mai veröffentlichte Charli xcx den Song „Rock Music“, der auf mehreren Ebenen mit Rock-Elementen und -Klischees spielt. Darin besingt die Pop-Ikone auch den „Tod“ des Dancefloors und verkündet: „So we’re making rock music“. Von vielen wurde diese Zeile als Ankündigung von Charlis neuer Rock-Ära verstanden, das erwartete Rock-Album blieb allerdings aus und Charli stellte klar, sie habe auch keins versprochen. Ein neues Album kündigte sie dann doch für den 24. 7. an. Der Titel: „Music, Fashion, Film“.

Das klingt weniger nach einer spezifischen „Ära“ – dafür benennt es treffend die kreativen Bühnen, auf denen Charli xcx besonders aktiv ist. Im Film steuerte sie kürzlich die Musik zu „Wuthering Heights“ von Regisseurin Emerald Fennell bei und in der Mockumentary „The Moment“ über Erfolg und Erwartungsdruck spielte sie sich selbst. Modisch ist sie sowieso: Ihr eigener 90er-Jahre-Stil inspirierte sie u.a. zu Kollektionen mit dem Modehaus BooHoo sowie mit H&M. Das Album-Artwork zeigt folgerichtig Ikonen der Musik (John Cale), der Mode (Marc Jacobs) und des Films (Martin Scorsese).
Ihre kreative Bandbreite spiegelt sich auch in den ersten Vorabsingles wider: Im Video zu „SS26“ schreitet Charli fast pausenlos über den Runway, während der Dreh einer Actionszene in trostloser Landschaft zum Setting von „Camera“ wird. Beide Songs eint ein Gefühl von Bedrängnis und Selbstzweifel und auch ein Element des Scheiterns, das insbesondere in „SS26“ dem glamourösen Blitzlichtgewitter des Laufstegs gegenübersteht. Egal in welcher „Ära“ Charli sich befindet, sie schreckt nicht davor zurück, sich neu zu erfinden – selbst wenn sie sich wie auf „Camera“ fragt, ob sie denn vollkommen bescheuert sei, sich in einer ganz anderen kreativen Branche ausprobieren zu wollen. Hoffen wir nur, dass sie auch der Musik erhalten bleibt.