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„Bis nach Tokio“ von Soeckers: Auf Rios Spuren
Die Band aus Münster beschäftigt sich auf ihrer neuen EP mit den Licht- und Schattenseiten von Eskapismus. Das rumst ganz ordentlich.

Nicht erst seit „Big in Japan“ von Alphaville ist die japanische Hauptstadt ein Sehnsuchtsort für viele, die sinngemäß für einen Neuanfang steht. Darauf spielen Soeckers an, wenn sie ihre neue EP „Bis nach Tokio“ nennen. Die Single „Tokio“ hat diese Sehnsucht explizit gemacht: „Und du träumst dich fort/Bis nach Tokio“, heißt es im Text. „Du driftest ab/Bis ins nirgendwo/Wo keiner fragt/Wer du bist und was du machst“.
Doch Soeckers lassen gern mal mehr als eine Perspektive zu – immerhin studieren drei der vier Mitglieder Germanistik. Und so beschäftigt sich auch „Traum ist aus“ mit Eskapismus, allerdings der Kehrseite davon, dem Risiko, sich in Illusionen zu verlieren. „Und deshalb hoff’ ich bald/Platzt der Traum/Du kannst dich nicht auf ewig hier/Zwischen Zeit und Raum verlieren“, heißt es im Refrain.
Zusammen mit „Wie der Schnee“ und „Allein“ ergeben die beiden Tracks „Bis nach Tokio“, die neue EP der Band aus Münster. Sie folgt auf das zweite Album „Nie wieder“ aus dem Jahr 2022, die musikalischen Leitsterne sind für Johannes Schulte-Schlichtmann, Julian Marpert, Lars und Nils Temme dieselben geblieben: die Beatles, Oasis und, wie „Traum ist aus“ unschwer erkennen lässt, natürlich Rio Reiser. Für „Bis nach Tokio“ haben sich Soeckers mit dem Wiener Produzenten Paul Gallister zusammengetan.
Viel ist passiert, seit die vier Jungs vor zehn Jahren zusammengefunden haben – damals konnte keiner von ihnen überhaupt ein Instrument spielen. Das Video zu „Traum ist aus“, bei dem Lars Dargel Regie geführt hat, dient dabei auch als eine Art Mini-Doku über die Bandgeschichte. Man sieht Soeckers beim Siedlerspielen, beim Jammen, auf Tour und auf der Bühne. Schwer, da nicht nostalgisch zu werden – zugleich beweist „Bis nach Tokio“ aber, dass es gerade erst richtig losgeht.
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