- Review
„Ultramarin“ von Der Assistent: Die Idylle täuscht
Der Assistent begegnet sich selbst: Auf dem neuen Album „Ultramarin" verbergen sich Geheimnisse, die das Wellenrauschen nicht verbergen kann.

Warum man Tom Hessler alias Der Assistent nicht glauben sollte, wenn er „Ich habe keine Angst“ singt? Lauern doch gerade dort, wo auffällig engagiert die Friedlichkeit behauptet wird, die dunkelsten Geheimnisse. Anders gesagt: Dieses auf Meeresrauschen und Möwengeschrei gebettete Yachtpopalbum hat Leichen im Keller. Allzu gefällig kommen die samtweichen Bläser, die sonnigen Orgelsounds und Hesslers lasziver Gesang daher. Ja, man wartet nur auf den Knall. Doch der bleibt aus. Dafür gibt’s Strandbar-Reggae („Der Assistent und das zweite Ich“). Wobei die Strandbar bloß Kulisse für mysteriöse Begegnungen ist – mit sich selbst.
Der Assistent versinkt auf seiner dritten Platte in „Total Confusion“, wird verfolgt von einem „Doppelgänger“, und überhaupt: Wer ist dieser „Mann am Telefon“? Es riecht nach Paranoia. Wie sich der Sound immer wieder elegant auffächert und ausharrt, wie Hessler beim Titelsong von Deutsch zu Französisch, Italienisch und Englisch wechselt und wie sich Kitsch und Groove umarmen, ist fantastisch und erinnert an Erobique, Fuffifuffzich oder Bilderbuch. Und schließlich gibt Hessler dann doch zu: „Ich geh’ an Land/Am Kap der Angst“. Wer dieses Album hat, braucht keine Angstblocker mehr.
Musik


Danger Dan – Keine Angst
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Hörenswert

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