Weißer Sommer von EVA PRAMSCHÜFER
In ihrem Debütroman erzählt die Booktokerin Eva Pramschüfer die Geschichte einer jungen Liebe in einem bestechend poetischen Stil.

Théo kommt aus einem kleinen französischen Dorf und macht bei seinem Vater eine Ausbildung zum Steinmetz. Spezialität: Grabsteine. Alma kommt aus Deutschland und verbringt die Ferien oft in seiner Gegend, wo sie im Haus ihrer wohlhabenden Familie wohnt. Als sich die beiden das erste Mal begegnen, funkt es. Da liegt etwas Besonderes in der Luft, wird nicht nur den Figuren, sondern auch den Lesenden sofort klar. Die Geschichte, die darauf folgt, erzählt von der Verzauberung und Entzauberung einer ersten wirklich großen Liebe.Spätestens als Théo zu Alma nach München zieht, um Architektur zu studieren, beginnt zwischen ihnen etwas zu zerbröseln. Mit seinen Unsicherheiten umzugehen, fällt dem jungen Franzosen zunehmend schwer. Und Alma beginnt, sich zu fragen, was sie im Leben erreichen will. Sie will ihren Träumen nachjagen, eine angesehene Künstlerin werden – aber sie will Théo auch nicht vor den Kopf stoßen.
Die Beziehung muss erwachsen werden. Aber wie früh im Leben sollte man sich binden? Und kann man das überhaupt, ohne dabei der eigenen Selbstverwirklichung im Wege zu stehen? In einem letzten gemeinsamen Urlaub wollen Alma und Théo sich diese Fragen ein für allemal beantworten. Die acht Tage des Urlaubs enthüllen uns in acht Kapiteln die ganze Liebesgeschichte, samt der tragischen Entzweiung, wie sie sich zwischen zwei jungen Menschen abspielen kann.
Für jedes Gefühl das richtige Wort
Eva Pramschüfer ist Journalistin und teilt online als gefeierte Bookfluencerin ihre Leidenschaft für Bücher. Dass es sich bei „Weißer Sommer“ um ihr Debüt handelt, ist schwer zu glauben. Denn als Sprachkünstlerin findet Pramschüfer treffsicher für jede Nuance einer Szenerie die richtige, unter die Haut gehende Formulierung. Dadurch entfaltet der Roman eine unglaubliche poetische Kraft: Mit ihren Sätzen fängt die Autorin Gefühle ein, die insbesondere dem jungen Publikum vertraut vorkommen dürften, und verpackt sie in Worte, die es so für dieses Gefühl noch gar nicht gab.
Gepaart mit einer feinen Beobachtungsgabe verleiht diese Formulierungskunst den kleinen Bewegungen und Regungen der Figuren das nötige Gewicht. Die emotionale Konfrontation, wenn Alma und Théo in einer sturmtobenden Nacht ihren innersten Ängsten und Bedürfnissen gegenüberstehen, ist nur ein Beispiel dafür, wie intensiv menschlich sich „Weißer Sommer“ anfühlt.
Hat es „Weißer Sommer“ auf unsere Liste der besten Bücher im August 2026 geschafft?
Literatur


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