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„Young-Girl forever“ von Sofie Royer: „Jeder Künstler ist ein Masochist“

Sofie Royer Cover

Die bestechende La-Boum-Ästhetik, mit der Sofie Royer ihr neues Album „Young-Girl forever“ eingekleidet, lenkt fast von all den anderen Stärken dieser Platte ab – aber eben nur fast.

Erstaunlich: Drei Alben in sechs Jahren hat Sofie Royer veröffentlicht. Auf dem 2020 erschienen Debüt hat sich die Österreicherin wenig entschlossen an Dreampop und Softrock entlanggehangelt; beim folgenden „Harlequin“ hat sie sich an Cabaret-Pop und deutschsprachige Texte getraut und mit „Baker Miller Pink“ die weitere musikalische Entwicklung Richtung Chanson und Synthies angedeutet. Auf „Young-Girl forever“ laufen diese Elemente nun in so bestechender La-Boum-Ästhetik auf, dass man den kulturtheoretischen Überbau glatt übersieht.

Da wären neben Royers Fähigkeit, fast alle Instrumente selbst eingespielt und produziert zu haben, ein Lehramtsstudium in Philosophie und Psychologie, Erfahrungen als Malerin und DJ sowie der explizite Albumbezug zum französischen Anarchismus der späten 1990er-Jahre. Und dann noch eine Songzeile wie „Jeder Künstler ist ein Masochist, ein Kannibale, der sich selbst auffrisst“. Schwere Kost, deren Gewicht kaum zu dem verspielten, unkomplizierten Elektropop passen mag. Auch Royers Referenzen auf Remarque, Burgess und Fassbinder verraten zwar die künstlerischen Ambitionen der 33-Jährigen, wirken aber so artifiziell, dass einfach entspannt zu „Young-Girl forever“ zu tanzen auch in Ordnung geht.

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