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„A Life without Punk“ mit John Robb: Jetzt Tickets gewinnen!

John Robb wird bei „A Life without Punk“ auftreten. Hier trägt er ein gestreiftes Jacket, das er am Revere festhält.
„A Life without Punk“? Das kann sich John Robb nicht vorstellen. Wir haben mit ihm über den Weg des Punk gesprochen. (Foto: John Middleham)

Musiker, Journalist, Autor – und vor allem Fan: Kaum jemand kennt Punk so gut wie John Robb. Gemeinsam mit Weggefährten feiert er eine der wichtigsten Bewegungen der Musikgeschichte. Und wir haben die Tickets.

John, du tourst im Rahmen von „A Life without Punk“ mit Punk-Urgestein Mark Reeder durch Deutschland. Worum geht es dabei?

John Robb: Wir feiern den 50. Geburtstag des Punk, der alle, die dabei auftreten werden, stark beeinflusst hat. Ganz ungewohnt bin ich wohl einmal der Jüngste auf der Bühne! (lacht) Ich war einer von diesen 15-jährigen Teens, der in einer kleinen Stadt wohnte und sich den Punk ganz allein erarbeitet hat. Es gab ja nichts zu kaufen, du musstest alles selber machen – Kleider, Musik, die ganze Kultur.

Darum geht es auch in deinen Memoiren, die vor kurzem erschienen sind.

Robb: Die meisten Bücher über Punk sind von Leuten, die damals mittendrin waren, und das ist auch total interessant. Aber 98 Prozent der Punks saßen wie ich in irgendwelchen Nestern fest und mussten ihren eigenen Weg finden. Es ist die Geschichte einer Generation, und ich bin sozusagen ihr Erzähler. Das ist auch meine Rolle bei der Tournee: die Leute zu repräsentieren, die nicht im inneren Zirkel waren.

Du hast mal geschrieben, als du das erste Mal ein Foto von Punks gesehen hast, wusstest du sofort, wie ihre Musik klingt …

Robb: Zu 100 Prozent. Das ist auch ein britisches Ding, uns ist Kleidung sehr wichtig. Die Leute nennen gern die Ramones oder die Stooges, wenn es um die Vorväter des Punk geht, und das stimmt natürlich. Aber der größte Einfluss war David Bowie: Er hat die Schablone des SciFi-Rockstars geschaffen und damit die Rockgeschichte für immer verändert. Wir sind alle Kinder von Ziggy Stardust. Auch die Sex Pistols haben Kostüme getragen. Manche stört es heute, dass die Band in einem Kleiderladen gegründet wurde. Aber wo den sonst? Johnny Marr hat mal gesagt: Du musst beim Plattenhören die passenden Socken tragen. (lacht)

Was, würdest du sagen, ist die zentrale Botschaft, die ihr überbringen wollt?

Robb: Ist es nicht großartig, das eine Sache das Leben einer ganzen Generation für immer verändert hat – und das ausnahmsweise mal kein Krieg, keine Katastrophe war? (lacht) Am Ende war es Popkultur, aber extrem wichtige Popkultur! Es ist eine spannende Frage: Warum hatten ein paar Alben und Bands einen so großen Effekt auf so viele Menschen? Natürlich geht es auch um die tolle Musik, und um die Geschichten drum herum. Viele im Publikum werden sich in unseren Anekdoten wiedererkennen.

Wollt ihr auch Menschen erreichen, die damals nicht dabei waren?

Robb: Ich glaube, alle, die schon mal intensiv von Popmusik oder Kultur bewegt wurden, werden sich darin wiederfinden können. Ob es 20 Jahre später Britpop war, oder Acid House, oder Musik von heute. Letztlich musst du nicht mal wissen, was Punk ist, um seine wichtigste Message zu verstehen: Du brauchst keine Genehmigung, um Kunst zu machen. Du musst nicht warten, bis jemand vorbeikommt und es dir erlaubt. Geh einfach los und mach es – es ist egal, ob es gut oder schlecht ist. Und das gilt nicht nur für die Kunst, es kann auch eine politische Message sein. Kann sein, dass das gar nicht mal die ursprüngliche Botschaft war. Aber das ist es, was ich vom Punk gelernt habe.

Ist Punk für dich dann überhaupt diese spezifische Ära mit ihren modischen und musikalischen Eigenheiten? Oder ist es eher ein Ansatz, eine Denkweise? Es werden ja regelmäßig alle möglichen Genres als der neue Punk bezeichnet.

Robb: Mir kommt diese Bezeichnung immer etwas unfair vor, ein bisschen von oben herab. Denn sobald du etwa sagst, Grime sei der neue Punk, kommen Leute um die Ecke und fragen: Wenn die Punk sind, warum machen sie es dann so? Aber die Grime-Künstler:innen haben ja nie behauptet, dass sie Punk machen. (lacht) Die machen ihr eigenes Ding. Was Grime und Punk gemeinsam haben, ist natürlich der DIY-Spirit, die Struktur.

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