Die Harzreise. Eine Deutschlanderkung von STEFFEN KOPETZKY
„Die Harzreise“ von Steffen Kopetzky verbindet historische Exkurse mit persönlichen Erlebnissen und scheut auch die Auseinandersetzung mit AfD-Mitgliedern nicht.

Steffen Kopetzky, einer der kompetentesten und interessantesten Schriftsteller historischer Romane, war erst in seinem jüngsten Werk „Atom“ mit der Handlung auch im Harz, wo in der Nähe von Nordhausen das unterirdische Nazi-Raketenwerk Mittelwerk und das KZ Mittelbau-Dora lagen. In „Die Harzreise“ begibt sich Kopetzky erneut in das Mittelgebirge, literarisch aber auf neues Terrain bis rauf auf den Brocken: Das Reportagenbuch berichtet von seiner Wanderreise durch die Region auf Heinrich Heines Spuren.
Die Mühen des Wanderns bei Wind und Wetter, die Blasen an den Füßen, das Schmerzen der Gelenke: All das fließt ein, macht die Erzählung lebendig und lässt den Autor persönlich werden. Sein Stil: Gespräche mit Hotelbetreibern, Museumsleitern und Zufallsbekanntschaften auf der Straße wechseln sich ab mit historischen Exkursen des Autors, der sich schon auch mal mit Neonazis verbal anlegt und von einem Freund aus dem brenzlich werdenden Gespräch „gerettet“ wird. Später ist er sich mit einem AfD-Mitglied immerhin in dem Punkt einig, dass im Harz zu wenig Schilder für Wanderer aufgestellt sind. „Die Harzreise“ ist aber auch eine erkenntnisreiche Wanderung durch die Zeiten mit historischen Bezügen bis in die Gegenwart. Dabei lernt man nicht nur, dass man auf keinen Fall in kurzen Hosen in die Rübeländer Tropfsteinhöhlen steigen sollte.
Hat es Steffen Kopetzky mit „Die Harzreise. Eine Deutschlanderkung“ auf unsere Liste der besten Bücher im September 2026 geschafft?
Literatur


Zeppelin und Karpfen

CONSTANTIN LIEB stellt seinen Debütroman Wildboden vor
In Wildboden erzählt Constantin Lieb von der letzten Lebensphase des Malers Ernst Ludwig Kirchner und seiner Partnerin Erna Schilling im Schweizer Exil.

