„Different when it’s silent“ von Tricky: Jetzt schon Jahres-Highlight
Intensiv, fragil oder mit Ohrwurm-Potential: Das neue Tricky Album lässt keinen Wunsch offen.
Tricky ist ein bisschen in Vergessenheit geraten: Nach „Fall to Pieces“ aus dem Jahr 2020 hat er in verschiedenen Projektkonstellationen gearbeitet, und auch das 15. Studioalbum wollte er ursprünglich gar nicht unter seinem eigenen Namen veröffentlichen. Einspruch kam von seinem Manager Alan McGee, der hier mit düsterer Elektronik, verzerrten Gitarren und kargen HipHop-Rhythmen nicht nur den klassischen, von Tricky selbst mitgeprägten Bristol-Sound hört, sondern „Different when it’s silent“ auch mal eben als das beste Tricky-Album seit dem legendären Debüt „Maxinquaye“ bezeichnet.
Klar, das sind so Sachen, die Manager eben sagen – doch er hat Recht. Vor allem liegt das an Sänger Mitch Sanders, dessen Falsett das komplette Album prägt und spektakuläre Kontraste zu Trickys dräuendem Sprechgesang im Hintergrund schafft. „Be still in the Pain“ könnte auch ein Radiohead-Klassiker sein, bei „I’m yours“ und „I tried“ erhöhen aggressive Gitarren die Intensität. Und vor allem die zerbrechlichen Hymnen „So cold“ und „Hengrove Blues“ stellen sicher, dass Tricky bei den Album-Highlights am Ende des Jahres nicht vergessen werden wird.