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Snobismus, tadellose Manieren und Albernheit

Buchcover „Diskrete Zeugen“ von Dorothy L. Sayers

Auch wenn ein Datenträger nicht aufzufinden ist, gibt es meistens Spuren, die zumindest Teile des Inhalts verraten. Zu Zeiten, als es noch üblich war, Briefe mit Tinte zu schreiben, konnte etwa der Abdruck auf einem Löschblatt eine unbeabsichtigte Kopie des Geschriebenen sein. Einen Blick für solche Spuren hat Lord Peter Wimsey. In den 1920er Jahren lässt der sich nicht durch die Annehmlichkeiten seines Wohlstands zum Müßiggang verleiten, sondern sucht Zeitvertreib und intellektuelle Herausforderung als Hobby-Detektiv. Mit Leidenschaft für Indizien-Puzzle präsentiert er zur Verblüffung von Inspektor Parker die richtigen Schlüsse, die er aus unscheinbaren Kleinigkeiten zieht. Im zweitem Roman der klassischen Whodunit-Reihe von Dorothy L. Sayers bricht Wimsey sofort aus seinem langweiligen Urlaub nach Nord-Yorkshire auf, als sein Bruder beschuldigt wird, den Verlobten ihrer Schwester umgebracht zu haben. Neben dem Hinweis auf den nicht auffindbaren Brief enthüllt seine Lordschaft allerhand heimliches Techtelmechtel und schließlich die verblüffende Lösung des Falls. Lord Peter Wimsey ist eine typische Figur des „Golden-Age“ des Kriminalromans. Sie (wieder) zu entdecken lohnt sich allein wegen der unerreichten Symbiose aus Snobismus, tadellosen Manieren und Albernheit, die ihm Dorothy L. Sayers eingeschrieben hat.

Schafft es „Diskrete Zeugen“ von Dorothy L. Sayers auf unsere Liste der besten Krimis im Januar 21? Hier ist unsere Liste aus dem Dezember 2020.